Konzert in St. Alban: Horst Berger und Holger Koester entlockten ihren Instrumenten mitreißenden Sound unter dem Motto „Kontraste und Harmonie“
Orgel und E-Gitarre vereinten ihren Klang

Gitarrenvirtuose Holger Koester und Kirchenmusiker Horst Berger begeisterten beim Konzert "Kontraste und Harmonie" in der Pfarrkirche St. Alban ihre Zuhörer mit einem wohl selten gehörten Zusammenklang von E-Gitarre und Orgel.
© Zegewitz
Unter dem Motto "Kontraste und Harmonie - Orgel trifft E-Gitarre" traten am Sonntag der Buchener Diplom-Kirchenmusiker Horst Berger und der E-Gitarren-Virtuose Holger Koester gemeinsam auf.
Hardheim. Auf Initiative des "Freundeskreises Erftaldomorgel Hardheim" zusammen mit Familie Hans-Georg und Silvia Vleugels boten die beiden Musiker bei ihrem Konzert in der Pfarrkirche St. Alban eine mitreißende Klangfülle.
Berger an der Vleugels-Orgel nutzte bei den ausgewählten Werken die verschiedensten Register zur Klangbereicherung, Koester steuerte den charakteristischen E-Gitarren-Sound sowie ansprechende Klangvariationen bei. Die beiden Musiker hatten für das Konzert alle Arrangements selbst entwickelt - denn für diese außergewöhnliche Instrumentenkombination gibt es keine eigens komponierte Musik.
Nach den Begrüßungsworten von Bernhard Berberich ging Horst Berger auf das gewohnte klassische Orgelspiel und auf den wohl eher selten gehörten Zusammenklang mit der E-Gitarre ein.
Auftakt mit Solostücken
Mit jeweils einem Solostück für Orgel und E-Gitarre stiegen die Musiker ins Programm ein. Dabei nahm sich das gemäß seinem Titel "Toccata in seven" im Siebener Takt erklingende Orgelwerk von John Rutter sehr reizvoll aus. Beim Gitarren-Solo "Tears in the rain" von Joe Satriani erlebten und genossen die Zuhörer verschiedene Gitarreneffekte in einem Werk, dessen Komponist durch seine herausragende Spieltechnik zu den einflussreichsten Gitarristen der Gegenwart zählt.
Bei den weiteren gemeinsam interpretierten Werken stellten die beiden Musiker in den Solopassagen ihr exzellentes profiliertes Gestaltungsvermögen ebenso unter Beweis wie beim überzeugenden homogenen Zusammenspiel. Dann gingen Orgel- und Gitarrenklänge ineinander über und vereinten sich dabei immer wieder zu mächtigem Sound.
Die eher schwermütig wirkende Musik und Klänge von Orgel und Gitarre zu "All alone" von Joe Satriani schienen dem Titel vollauf zu entsprechen und die Gitarre wusste den Titel instrumental nachdrücklich zu veranschaulichen.
Mit der "Sonatine G-Dur" von Ludwig van Beethoven erlebten die Besucher ein leichtes, angenehm beschwingtes und melodiöses Werk mit optimistischer Ausstrahlung bei den Orgelklängen - komplettiert durch die rhythmischen und auch akzentuierten Gitarrenklänge.
Stimmung treffend eingefangen
Die instrumentale Interpretation der Ballade "November Rain" von "Guns'n'Roses" mit dem rauen und durchdringenden Supersound der E-Gitarre ließ den Zuhörern die in dem Song eingefangene Stimmung deutlich hörbar werden.
Mit Modest Mussorgskys "Promenade und Gnomus" boten die beiden Musiker Eindrücke aus dem Werk "Bilder einer Ausstellung": Mit gewaltigem und beängstigendem Klang beider Instrumente verdeutlichten sie die Aussage der Bilder. Der Titel "Baroque" von Joe Satriani war dann geprägt von gegenseitiger klanglicher Durchdringung der beiden Instrumente. Es folgte Carlos Santanas "Europa" mit fantastischem durchdringendem Klang.
Johann Sebastian Bachs "Toccata und Fuge in d-Moll" begann mit trefflichem Spiel der Orgel, ehe Holger Koester mit der E-Gitarre die Bachschen Klänge auch mit flirrenden Gitarrentönen gestaltete. In der Fuge gestaltete Berger die Orgelpassagen mit verschiedenen Registern in einem überzeugenden Orgelsolo.
Zu imponieren vermochten die beiden Künstler nach Horst Bergers Textbetrachtung zu "Sleeping Sun" von "Nightwish" mit ihrer instrumentalen Umsetzung. Den vorgetragenen Text charakterisierten sie mit mächtiger, fast drohend wirkender und dennoch begeisternder Musik.
Flirrende, nachdrücklich akzentuierte, insbesondere rhythmisch und nicht zuletzt auch melodiöse Klänge von E-Gitarre und Orgel sprachen die Zuhörer bei "Future World" von "Helloween" an. Mit der Interpretation der Ballade "Nothing else matters" verdeutlichten die beiden Künstler musikalisch, dass nichts anderes zählt als unbedingtes Vertrauen. Nach der Einstimmung in den Song durch die E-Gitarre folgten kontrastreiche Orgel- und Gitarrenpassagen sowie gegenseitige harmonische Ergänzung in mitreißender Melodiösität an. Mit ruhigen Tönen klang das begeisternd interpretierte Werk schließlich aus.
Am Schluss des Konzerts übermittelten die Besucher stehend ihre Anerkennung und geizten nicht mit dem Applaus für ein tolles musikalisches Crossover von Orgel- und Gitarrenklängen. Z
© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 24.02.2016
