Konzert für Orgel und Trompete
Meisterliche Darbietung großer Werke

Orgel: Heike Ittmann, Lampertheim
Trompete: Falk Zimmermann, Mannheim
 

Quelle: Foto: Zegewitz

Orgelkonzertreihe begann am Sonntag in der Pfarrkirche St. Alban: Heike Ittmann brillierte an der Vleugels-Orgel, begleitet von Falk Zimmermann an der Trompete
 
Hardheim. Der am Sonntag nach dem gemeinsamen Konzert von Heike Ittmann (Lampertheim) an der Vleugels-Orgel und dem Trompeter Falk Zimmermann (Nationaltheater Mannheim) in der Pfarrkirche St. Alban gespendete frenetische Applaus ließ deutlich werden, dass die Künstler die Besucher mit einem begeisternden musikalischen Programm und vor allem mit exzellentem instrumentalen Leistungsvermögen beschenkt hatten.

Andächtiges Schweigen

Dabei hatte sich das Publikum nach den ersten, bereits vorzüglich interpretierten Musikstücken in andächtigem Schweigen zunächst jeden Beifalls enthalten, der erstmals nach dem Auftritt von Trompeter Falk Zimmermann im Chor der Kirche aufbrandete und dann am Ende bis zur stehend verdeutlichten Anerkennung der Besucher für die spektakulären Leistungen der Musiker anstieg.

Zum ersten diesjährigen Hardheimer Kirchenkonzert der katholischen Pfarrgemeinde St. Alban/ Freundeskreis Erftaldomorgel in Zusammenarbeit mit der Orgelmanufactur Vleugels entbot Bernhard Berberich Grußworte.

Organistin Heike Ittmann gab einen kurzen Überblick über das Konzept des Konzerts und die Art der verschiedenen Programmteile. Die Werke renommierter Komponisten und deren Interpretation mit Orgel und Trompete sollten den Besuchern sowohl bei den gemeinsamen wie bei den Solo-Auftritten der Instrumentalisten Gefallen bringen und Freude bereiten. Das war der Wunsch der Organistin, der in Anbetracht des meisterlichen Könnens zur Freude des Publikums vollauf in Erfüllung ging.

Bekannt und beliebt

Das abwechslungsreiche und vielgestaltige Musikprogramm des Konzerts für Orgel und Trompete begannen die Künstler mit einer von ihnen zusammengestellten Suite mit vier bekannten und beliebten Werken, wobei Falk Zimmermann die Organistin im ersten und letzten Satz mit der Piccolo-Trompete und in den beiden anderen Sätzen mit dem Flügelhorn begleitete.

Genießen konnten die Besucher dabei zunächst als "Suite" für Trompete und Orgel von Johann Sebastian Bach eine mehrteilige Komposition, bestehend aus einer Folge von ins sich geschlossenen, nur lose verbundenen Sätzen.

Dazu gehörte das mit strahlender Klangfülle gestaltete Concerto D-Dur nach Vivaldi, BWV 972, (Bearbeitung J. M. Michel), die Aria "Ach, es bleibet in meiner Liebe lauter Unvollkommenheit" (Bearbeitung G. und J. Csiba) aus BWV 77 mit weichen, warmen und getragenen Klängen, "Vergnügte Ruh', beliebte Seelenlust" aus BWV 170 (Bearbeitung J. M. Michel) sowie schließlich das von heller und strahlender Aufforderung der Piccolo-Trompete erfüllte und schwungvoll zusammen mit der Orgel erklingende "Wacht auf, wacht auf" aus BWV 110 in der Bearbeitung von Heike Ittmann/Falk Zimmermann.

Sehr ansprechend gestaltete Heike Ittmann anschließend "Dies sind die heilgen zehn Gebot" von Johann Sebastian Bach, ehe das mit Orgel und Trompete erklingende, zu Herzen gehende "Abendlied" op. 150 von Josef Rheinberger zur Ruhe kommen ließ, dem vom gleichen Komponisten aus "Zwölf Monologe für Orgel" mit volltönigen und mächtigen Klängen die "Nr. 1 con moto" folgte, von Heike Ittmann unter Ausschöpfung aller Klangmöglichkeiten der Orgel ausdrucksvoll gespielt.

Fantastische moderne Musik zu hören bekamen die Besucher bei "Largo", "Agitato", "Vivace" und "Andante" aus "Fünf Epigramme" für Trompete und Orgel von dem 1962 geborenen Johannes Matthias Michel. Dabei waren die einzelnen Teile jeweils mit den Klängen charakterisiert, die zu ihrer Bezeichnung passen und wobei jeweils besonderer Sound begeisterte. So zum Beispiel tat es das "Agitato" dem Publikum mit seinen aparten, auch rhythmisch akzentuierten und mitreißenden Klängen ebenso besonders an wie das "Vivace" mit seinen fast swingenden Tönen, so dass selbst auch die Organistin mitgetragen schien von der schwungvollen und auch rhythmisch geprägten Melodie mit überraschendem Schlussakzent, der Trompete und der leise begleitenden Orgel besonders liebenswert wirkte.

Grandios gestaltetes Werk

Ein musikalisch grandios gestaltetes Werk präsentierte anschließend Heike Ittmann zu Ehren des großen, tschechischen, auch in Hardheim bestens bekannten Komponisten Petr Eben mit dem Stück "Walpurgisnacht" aus dessen Orgelwerk "Faust" mit voller Hingabe. Dieses vermochte die Zuhörer mit seiner zu dem Geschehen einer Walpurgisnacht passenden wilden, flirrenden, irritierenden Musik nachdrücklich anzusprechen und zu begeistern. Diese charakterisierte das wilde und heftige Geschehen einer solchen Nacht mit den dazu passenden Klängen der Orgel ebenso wie den Hexentanz und auch das Volksvergnügen mit einer Art von Walzerseligkeit, ehe sich aber aus der toll intonierten Musik Heike Ittmanns auch offensichtlich drohendes Unheil heraushören ließ.

Mit seinem Trompetensolo des Titels "Monologue für Trompete solo" von Ilia Chkolnik im Chor der Kirche brillierte Falk Zimmermann und nutzte exzellent die Möglichkeit, die eigenwilligen Klangfarben dieses Stücks hörbar werden zu lassen.

Mit der Orgel zauberte Heike Ittmann anschließend die Klänge des Werks "Mein Weg hat Gipfel und Wellentäler" mit der exzellenten Musik von Arvo Pärt und vermochte den Titel mit dem rhythmisch betonten und interessanten Sound mit ihrer Interpretation optimal hörbar werden zu lassen.

Schließlich erlebten und genossen die Besucher die musikalische Charakterisierung von zwei Fenstern Chagalls in Jerusalem mit der Musik des tschechischen Komponisten Petr Eben gemäß dessen Titeln "Okna - Fenster nach Marc Chagall" für Trompete und Orgel und mit den Werken "III. Rotes Fenster" (Risoluto e drammatico) und "IV. Goldenes Fenster" (Festivo).

Dabei verfolgten die Besucher mit größter Aufmerksamkeit, wie Petr Eben die Farben der Fenster mit den ihm adäquat scheinenden Klängen seiner Musik charakterisierte und welche Akzente er in diesem Zusammenhang setzte.

Frenetischer Applaus

Die Musiker begeisterten damit das Publikum, das sie schließlich mit seinem frenetischen Applaus feierte und sich dann noch über deren wunderbar klangvolle Zugabe "Misty" von Errol Garner mit Heike Ittmann an der Glasorgel im Chor der Hardheimer Kirche freuen durfte.

Die freudige Anerkennung des Publikums für den großartigen Konzertgenuss mit dessen frenetischem Applaus vervollständigte Bernhard Berberich mit seinen Dankesworten und einer Erinnerungsgabe an die beiden Künstler. Z


Fränkische Nachrichten
31. Januar 2012