Barocke Pfarrkirche St. Stephanus erstrahlt in neuem Glanz

 

Dornberg. In neuem Glanze erstrahlt nach mehr als halbjähriger Renovierungszeit (2016/20217) und mehr als 1000 Arbeitsstunden der Freiwilligen (die FN berichteten) die barocke Pfarrkirche St. Stephanus zu Dornberg. Im Beisein zahlreicher Gläubiger wurde sie mit dem sonntäglichen Dankgottesdienst wieder eröffnet.

Pfarrer Andreas Rapp als Leiter der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen im Madonnenland hielt zu Beginn fest, beim Betreten des Gotteshauses „Freude und Dankbarkeit sowie ein völlig neues Gefühl“ zu empfinden. Der rege Besuch des Gottesdienstes sei als Zeugnis eines lebhaften Glaubens und Paradebeispiel für den guten Zusammenhalt auf der Höhe zu verstehen. Auch Lektorin Ulrike Herberich nahm in ihrer Lesung Bezug auf die Sanierung: „Geh’ und baue meine Kirche wieder auf“, bekam Franz von Assisi dereinst gesagt, als er in San Damiano weilte. Er habe nicht nur das Haus wieder erreichtet, sondern auch einer sich im stetigen Wandel befindlichen Volkskirche durch seine Liebe zu den Menschen und Tieren ein menschliches Antlitz geschenkt – nicht zuletzt möge auch die Dornberger Kirche ein Signal für den starken Glauben in einer bisweilen auf unsicheren Füßen stehenden Gesellschaft repräsentieren.

In seiner Predigt wies Pfarrer Rapp auf Freude, Engagement und Zusammenhalt hin. Dass 60 Helfer aus Dornberg, Rütschdorf und Vollmersdorf tatkräftig mit anpackten und alle Generationen an einem Strang zogen, definierte er als Fügung Gottes: „Der Geist baut Steine und nicht umgekehrt – wo er nicht baut, bleibt es stumm und baut Geld vergebens!“, rief er und betonte, dass die Renovierung St. Stephanus und damit dem geistlichen Leben auf der Höhe neues Leben einhauche. Ursprünglich plante man nur die Erneuerung des durch Feuchtigkeit massiv in seiner Substanz geschädigten Sockels, doch zeichnete sich beim Abschlagen des Putzes rasch weiterer Handlungsbedarf ab. „Neuer Wein gehört in neue Schläuche“, zeigte Rapp auf und würdigte das umtriebige Tun als „Markstein für den Glauben und die Seelsorgeeinheit“. Ihn persönlich erfülle die nach jener Aktion letztmalig zwischen 1974 und 1978 sanierte Kirche mit besonderem Stolz: „Über die Jahre legte sich Staub auf die Figuren, was sie matt und nüchtern erscheinen ließ“, sagte er und spannte den Bogen zum alltäglichen Leben. Auch im Alltag nämlich möge man den sprichwörtlichen Wedel zur Hand nehmen, um mit alten Gewohnheiten auszuräumen und dem eigenen Leben frischen Wind zu schenken.

Nach dem Gottesdienst würdigten Grußwortredner auf individuelle Weise, aber mit einträchtigem Lob und Dank die Arbeit. Für den Pfarrgemeinderat sprach Horst Saling von einem „vorösterlichen Fest der Freude, das die Herzen höher schlagen lässt“. Beeindruckend sei es, mit welcher Kraft man sich jener Herkulesaufgabe widmete.

Dafür habe das Ergebnis der über 1000 Arbeitsstunden „Berge versetzt und Flagge für den Glauben gezeigt“. Jedenfalls, so Saling, gehen der Tag und das Ereignis in die Annalen ein. Bürgermeister Volker Rohm bezeichnete die frisch renovierte Pfarrkirche als „barockes Schmuckstück“ und dankte allen, die seit dem ersten Arbeitseinsatz am 9. Juli 2016 sowohl mit Farbe und Pinsel als auch mit Wasserwaage und Reißbrett zum Entstehen jenes Kleinods beitrugen. Auch Ortsvorsteherin Christel Erbacher ging auf das „bemerkenswerte Erlebnis eines mit Herzblut ausgeführten Projekts“ ein, ehe Marianne Berberich sich bei sämtlichen Aktiven und im Besonderen Architekt Meinrad Haas sowie dem aus Roland Weimer, Elmar und Mathias Berberich bestehenden Koordinationsteam bedankte. „Jeder tat, was er kann“, blickte sie zurück, „und alle arbeiteten Hand in Hand zusammen“. Genau so – Hand in Hand und fest im Glauben verankert – könne man in der frisch renovierten Kirche gelassen der Zukunft entgegen schreiten.

Ein gemütlicher Empfang in der Leichenhalle schuf den passenden Rahmen für gute Gespräche. (ad)