Hier darf die Trauer Raum haben

Hospizgruppe Hardheim Ehemaliges „Schönstattzimmer“ erhält eine neue Funktion / Feierliche Eröffnung durch Segnung
 
„Hier darf die Trauer Raum haben“
 
18. Mai 2018Autor: Adrian Brosch
 
 
Zu sehen sind (von links nach rechts) Bernhard Berberich, Gemeindereferentin Claudia Beger, Matthias Schiller, Pfarrer Andreas Rapp sowie die ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen Christine Schmitt und Kornelia Benig.  © Adrian Brosch
 
Innerhalb eines halben Jahres wurde das ehemalige „Schönstattzimmer“ zu einem Trauerraum der Hospizgruppe Hardheim umgebaut.
 
Hardheim. Trauernden in der schmerzlichen Stunde des Abschieds beizustehen, ist der Anspruch der dem Verein „Dienst am Nächsten“ angegliederten Hospizgruppe Hardheim. Nach dem Gottesdienst wurde am Sonntag der im früheren „Schönstattzimmer“ des Pfarrheims neu eingerichtete Gesprächsraum eröffnet und durch Pfarrer Andreas Rapp gesegnet.
 
Nach gemeinsamem Gebet für Verstorbene und Hinterbliebene und der Segnung betonte der Geistliche, dass das Wirken der Hospizgruppe und das Beratungszimmer als „Stätten, in denen die Trauer Raum haben darf“, anzusehen seien.
 
Mit Möbeln ausgestattet
Für die Hospizgruppe kam Trauerbegleiterin Kornelia Benig auf die Erfüllung eines seit geraumer Zeit verfolgten Gedankens zu sprechen: Der früher durch die Schönstatt-Mädchengruppen genutzte Raum wurde in rund einem halben Jahr komplett neu gestaltet und mit einem Ensemble geschmackvoller Möbel sowie einer Sitzecke ausgestattet. Helle und freundliche Farben verleihen ihm eine beruhigende Ausstrahlung, die wiederum den Trauernden zugutekommt.
Renovierung und Ausstattung wurden dabei durch die Hospizgruppe finanziert. „Dieser Raum soll trauernden Menschen aller Konfessionen und Weltanschauungen offen stehen. Jeder, der uns benötigt, soll hier ein offenes Ohr vorfinden“, erklärte Benig und merkte an, dass man mit jenem neu eingerichteten Zimmer auch dem Wunsch vieler Trauernder entgegenkäme, in einem wertneutralen Ambiente sprechen zu können. So wurde mit dem Raum für Trauergespräche ein wichtiger Baustein für die Trauerbegleitung zu den Angeboten hinzugefügt.
 
Ernst nehmen und respektieren
„Der Verlust eines geliebten Menschen ist mit das Schwerste, das ein Mensch bewältigen muss. Trauer ist eine lebensnotwendige Reaktion und erfordert Raum, Schutz und Zeit“, fuhr die ehrenamtliche Trauerbegleiterin fort. Jeder werde in seiner Trauer ernst genommen und respektiert: Das neue Angebot steht für die Möglichkeit, Gespräche im geschützten Rahmen sowie in angenehmer Atmosphäre zu führen. Die Trauerbegleitung durch die Hospizgruppe Hardheim versteht sich als unverbindlich, ehrenamtlich und kostenfrei. Neben Kornelia Benig steht Christine Schmitt, die erst kürzlich die Qualifizierung zur Trauerbegleitung abgeschlossen hat, für Einzelgespräche zur Verfügung. Die Mitarbeiter unterliegen der absoluten Schweigepflicht.
 
Weiterer Nutzen
Wie Gemeindereferentin Claudia Beger anklingen ließ, werde der Raum zusätzlich auch für die Trauerpastoral-Arbeit der Seelsorgeeinheit sowie als allgemeiner Gesprächsraum genutzt. Sie erhoffte diesbezüglich auch im Namen des Teams Trauerpastoral eine möglichst rege Nutzung des neuen Angebots und schloss sich den Worten von Vereinsvorsitzendem Bernhard Berberich und Pfarrer Andras Rapp an: Sie dankten der Hospizgruppe für die ehrenamtliche Aufrechterhaltung der segensreichen Dienste.
 
© Fränkische Nachrichten, Freitag, 18.05.2018