
Der Begrüßung durch Bernhard Berberich namens der katholischen Pfarrgemeinde als Veranstalter ließ Münsterkantor Michael Saum einen Überblick über die ausgewählten Werke und die weniger bekannten Komponisten folgen. In Verbindung damit wies der Kirchenmusikdirektor darauf hin, welche Werke als Orgelsoli vorgesehen waren und welche die beiden Künstler gemeinsam zu spielen gedachten.
Michael Kübler und Michael Saum sind seit 1989 wiederholt gemeinsam aufgetreten. In Hardheim ließen sie am Sonntag zunächst die "Sonata I" von Godfrey Keller erklingen. Dabei brillierte der Trompeter im Allegro mit hellen, strahlenden Trompetenklängen, die sich über die Orgel erhoben, während das Rondo ein eher getragenes Orgel-Solo darstellte. Danach bestach die Trompete im zweiten Allegro erneut klar und dominant.
Für sein erstes Orgel-Solo hatte Michael Saum ein musikalisch reizvolles Werk des Elsässers Léon Boellmann mit dem Titel "Suite gothique" ausgewählt. Dabei waren nach der musikalisch vielgestaltigen Introduction insbesondere das verinnerlichte Gebet "Prière à Notre Dame", das "Menuet gothique" und die Toccata von besonderem musikalischem Reiz. Ebenso hörenswert war die von Orgel und Trompete gemeinsam gespielte "Sonata g-Moll" von Pavel Josef Vejvanovski mit eingängiger Musik und festlich klingenden Passagen sowie erneut strahlenden Klängen der Trompete, ehe Michael Saum auf der Orgel bei "In Paradisum" von Théodore Dubois die Glückseligkeit im Paradies mit dem Komponisten einfühlsam musikalisch nachempfand. Dabei schien eine Art leisen Glockenklangs zur Ruhe zu führen und himmlische Geborgenheit zu garantieren, ehe sich die "Toccata" des gleichen Komponisten als sowohl interessantes wie anspruchsvolles Stück mit einem choral- oder hymnenartigem Schluss darbot.
Wie ein inniges Gebet wirkte "Straf mich nicht in deinem Zorn" von Gottfried August Homilius. Danach erfüllte der Lobpreis "Was Gott tut, das ist wohlgetan" (Musik von Johann Peter Kellner) eindrucksvoll den großen Kirchenraum.
Bei der anschließenden Orgel-Solo-Improvisation ließ Michael Saum unter dem Motto "Erntedank" interessante Register erklingen. Die mächtigen und teilweise choralartigen Passagen brachten musikalisch den Dank an Gott für die reiche Ernte in gebührender Form zum Ausdruck.
Mit dem aus der "Wassermusik" von Friedrich Händel stammenden "Hornpipe" beschlossen die beiden Künstler in besonders überzeugender Form und mit hörenswerter harmonischer Leistung das Programm, dem sie auf Grund des lang anhaltenden Beifalls zwei Zugaben folgen ließen. Z
© Fränkische Nachrichten - 11.10.2006
