Große Reinigung und Generalüberholung der Orgel

Arbeiten an Vleugels-Orgel schreiten voran - Neues Register eingebaut

Von Maren Greß
Guenther Fuerst (Mitte) und Bernhard Berberich (rechts) informierten sich ueber die Arbeiten an der Orgel.
Günther Fürst (Mitte) und Bernhard Berberich (rechts) informierten sich über die Arbeiten an der Orgel. © Gress
Hardheim. Seit Mitte Januar 2024 wird die Orgel im Hardheimer Erftaldom von der ortsansässigen Firma Vleugels generalüberholt und ausgereinigt (wir berichteten). In diesem Zuge wurde nun auch ein neues Register eingebaut – das „Clairon 4’“, der Partner zur Trompete. Bernhard Berberich und Günther Fürst vom „Verein zur Renovierung des Erftaldoms“ machten sich am Freitag ein Bild von den Arbeiten auf der Empore in der St. Alban-Kirche. Nach den Worten von Orgelbauer Christian Heiden hätte dieses Register klanglich noch gefehlt. Gemeinsam mit seiner Frau und Organistin Stephanie hat er ehrenamtlich das neue Register eingebaut und intoniert. Die Pfeifen hat eine Familie aus Hardheim gestiftet. Nach den Worten von Bernhard Berberich hat die Katholische Frauengemeinschaft 2000 Euro für die Generalüberholung gespendet. Der Verein unterstützt die Arbeiten mit 20 000 Euro. „Wir liegen im Zeitplan“, erklärte Christian Heiden. Noch etwa zwei Wochen werden er und seine Kollegen von der Firma Vleugels beschäftigt sein. Die Orgel wird mit einem Konzert am 16. Juni offiziell wieder eingeweiht.

Ein gutes Gehör und viel Fingerspitzengefühl sind gefragt

Kirche St. Alban: Die Orgel im Erftaldom wird derzeit von den Orgelbauern der Firma Vleugels gereinigt und generalüberholt
Von Maren Greß
Hardheim. Anne Spinner sitzt am Spieltisch der Orgel im Hardheimer Erftaldom. Sie drückt zwei Tasten auf der Klaviatur, zwei Pfeifen erzeugen einen Ton. Aus dem Inneren hört man ein dumpfes Klopfen, ehe eine Stimme „Ja“ ruft. Der Ruf kommt von Christian Heiden. Er kniet neben einem Register, in der Hand hat er ein Stimmhorn. Mit diesem klopft er vorsichtig auf die Pfeifen und verändert somit die Form der Öffnung und damit klingt der Ton höher oder tiefer. Dabei verlässt er sich voll und ganz auf sein Gehör. Ein Stimmgerät, wie es etwa für Blasinstrumente gibt, hat er nicht. „Die meisten Pfeifen sind zu tief“, weiß der Fachmann. Christian Heiden ist Orgelbauer bei der Manufaktur Vleugels in Hardheim. Das Projekt, an dem er und seine Kollegen seit Jahresbeginn arbeiten, ist sowas wie ein Heimspiel – sowohl für die Firma als auch für ihn.
 
 
Etwa alle 20 Jahre muss die Königin der Instrumente nämlich generalüberholt und vor allen Dingen entstaubt werden. In Hardheim wurde die Vleugels-Orgel im Erftaldom das letzte Mal um die Jahrtausendwende ausgereinigt, wie es im Fachjargon heißt. Es wurde also mal wieder Zeit. Denn die Staubablagerungen haben sich beim Spielen bemerkbar gemacht. „Die kleinen Pfeifen waren durch den Staub verstopft. Das hat den Klang massiv beeinträchtigt. Teilweise waren Töne nicht mehr spielbar“, erklärt Seniorchef Hans-Georg Vleugels im Gespräch mit den FN.
 
Bei der Ausreinigung wird jede der rund 3100 Pfeifen einzeln entnommen und mit einem speziellen Staubsauger „durchgepustet“. Sie wird auf Mängel überprüft, gegebenenfalls wird nachgebessert oder Pfeifen werden ausgetauscht. Gerade bei großen Pfeifen müsse man auf statische Mängel achten, sagt Vleugels. Auch die Holzvorrichtung, in die die Pfeifen eingesteckt werden, wird gesäubert. Hier wird insbesondere auf Schimmelpilzbefall geachtet. Immer wieder komme es vor, dass sich an den Orgeln aufgrund der ungünstigen Kombination von Temperatur und Luftfeuchtigkeit Schimmel bilde. „Das hatten wir hier zum Glück noch nie“, sagt Hans-Georg Vleugels.
Im Zuge der Generalüberholung wird bei der elektrischen Sicherheit nachgerüstet. „Es geht hier um Menschenschutz und um Brandschutz“, macht Vleugels deutlich. Aus dem Grund wird diese Maßnahme von der Erzdiözese Freiburg auch mit viel Geld gefördert.
Während der Arbeiten an der Orgel läuft der Kirchenbetrieb ganz normal weiter. Ein Manual, also eine Klaviatur, soll immer funktionieren, so dass die Orgel bespielbar bleibt. Der Klang sei natürlich eingeschränkt, einen Gottesdienst könne man aber problemlos musikalisch umrahmen. Bis Ostern wolle man laut Hans-Georg Vleugels mit der Ausreinigung fertig sein und auch das neue Register eingebaut haben. Dann verfügt die Vleugels-Orgel im Erftaldom über 49 Register.
 
 
Wenn Christian Heiden und seine Kollegen alle knapp 3100 Pfeifen gesäubert und wieder eingesetzt haben, steht noch eine große Endkontrolle an. „Ich stimme alle Pfeifen abschließend noch einmal durch“, erklärt Heiden. Ob er gute Arbeit geleistet hat, wird er aus erster Hand erfahren: Seine Frau Stephanie ist Organistin im Erftaldom und wird das Instrument sicherlich auf Herz und Niere prüfen...
 
Die Vleugels-Orgel wird am Sonntag, 16. Juni, mit einem Orgelkonzert wieder eingeweiht.
 
Fränkische Nachrichten (FN) 17.01.2024
von Maren Greß
 
 

 

 

Mitgliederversammlung 2023

 
 

Die Arbeit wird dem Verein nicht ausgehen

Jahreshauptversammlung des Vereins zur Renovierung des Erftaldoms – Hardheimer Wahrzeichen wird bewahrt

Hardheim.
(zeg) Genugtuung und Freude herrschte in der Jahreshauptversammlung des Vereins zur Renovierung des Erftaldoms am Mittwoch im katholischen Pfarrheim darüber, dass die Bemühungen des Vereins um das örtliche Wahrzeichen weiterhin von mehr als 200 Mitgliedern unterstützt werden. Die Aufgaben gehen dem Verein nicht aus, wurde in den Berichten deutlich.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Pfarrer Andreas Rapp, übernahm stellvertretender Vorsitzender Bernhard Berberich die Moderation. Den Rechenschaftsbericht ließ Hildegard Grimm-Gotthardt folgen. Sie erwähnte u. a. die Bemühungen um die Lautsprecheranlage, die Maßnahmen im Außenbereich der Kirche oder die Optimierung der Beleuchtung. Bernhard Berberich freute sich über die weiterhin beachtliche, aber auch notwendige Zahl von über 200 Mitgliedern, vergaß aber auch nicht die Bedeutung der Förderer und Freunde zu betonen. Überzeugt zeigte er sich davon, dass bei einer nicht vermeidbaren großen Maßnahme die Zahl der Unterstützer durchaus weiter ansteigen werde.
In ganz akribischer Form wartete August Müller mit dem Kassenbericht auf. Thomas Weimert bestätigte auch im Auftrag von Maria Henn die einwandfreie Führung der Kassengeschäfte.
Bürgermeisterstellvertreterin Simone Richter erinnerte an die Bedeutung des Erftaldoms als Gotteshaus und als kulturell bedeutsames und denkmalgeschütztes Bauwerk. Daraus ergebe sich die besondere Bedeutung des Vereins.
Zum weiteren Verlauf gehörte die Ehrung und Verabschiedung von Kassier August Müller, dessen vorbildliches Wirken sowohl von Bernhard Berberich wie auch vom zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Günther Fürst herausgestellt wurde. Günther Fürst hielt eine Laudatio auf das Engagement von Müller in seinen 25 Jahren als Kassier. August Müller betonte, dass er die Tätigkeit immer gern ausgeübt habe.
Während Pfarrer Andreas Rapp kraft Amtes weiterhin Vorsitzender ist, wurde bei den Wahlen Bernhard Berberich als erster Stellvertreter ebenso im Amt bestätigt wie Günther Fürst als zweiter Stellvertreter und Schriftführerin Hildegard Grimm-Gotthardt. In der Nachfolge von August Müller übernahm Johannes Beger das Amt des Kassiers. Als Beiräte fungieren Gerhard Ballweg, Walter Bechtold, Gabriele Berberich, Helmut Bopp (in der Nachfolge für Richard Leiblein), Maria Munk und Silvia Vleugels.
Besprochen wurde dann die Bewältigung einer Reihe von notwendigen Maßnahmen. So wird in nächster Zeit die Erneuerung der Garnierung der Manualklaviaturen der Erftal orgel zusammen von Orgelbau Vleugels und Organistin Stephanie Heiden vorgenommen werden, weshalb die Orgel kurze Zeit schweigen wird. Man befasste sich mit Betrachtungen zur Archivierung von Foto- und Filmdokumenten zum Erftaldom, nachdem Walter Bechtold über Jahrzehnte hinweg eine gewaltige Zahl von Aufnahmen zur Verfügung hat. Dass er diese dem Verein zu überlassen bereit ist, betonte Bernhard Berberich, der daher Walter Bechtold die Möglichkeit bot, den Vereinsmitgliedern sein tolles und sehenswertes Bildmaterial zum Leben und Geschehen in der katholischen Pfarrgemeinde zu präsentieren.
In informativer, aber auch unterhaltsamer Form und in der von ihm gewohnten Art mit launigen Worten führte Walter Bechtold mit seinen Bildern durch das kirchliche Leben der katholischen Pfarrgemeinde im Laufe zurückliegender Jahrzehnte und übergab diese Dokumentation an Bernhard Berberich. Dieser revanchierte sich mit Dankesworten und einer Anerkennungsgabe.
Die in absehbarer Zeit denkbaren und zu erwartenden Baumaßnahmen an der Heizungsanlage wurden u. a. von Pfarrer Andreas Rapp angesprochen, die erneute Anregung und der Impuls von Gerhard Ballweg für ein großes und ins Auge fallendes Kreuz hatte einen angeregten Gedankenaustausch zur Folge, und schließlich wurde der Blick von Pfarrer Rapp auch auf das 2018/2019 anstehende Kirchen- und Orgeljubiläum gerichtet.

Nordbadische Nachrichten vom Samstag, 3. März 2018, Seite 7 (1 View)

 

Föderverein

Die große und ortsbildprägende Pfarrkirche St. Alban ist ein Zeugnis der tiefen Verwurzelung der Erbauer in ihren christlichen Glauben und ein Bekenntnis zu ihrem Lebensraum in Hardheim und dem schönen Erftal.

Der Verein zur Renovierung des Erftaldoms e.V. setzt sich dafür ein, dass das Kirchengebäude von seiner baulichen Substanz und der wertvollen Ausgestaltung des Kirchenraumes als ein wichtiges Kulturgut im Sinne der Erbauer und der Bewohner der Region erhalten bleibt.
Der Vorstand:
1. Vorsitzender Pfarrer Andreas Rapp
1. Stellvertreter: Bernhard Berberich;  2. Stellverteter: Günther Fürst;
Kassierer: Johannes Beger, Schriftführerin: Hildegard Grimm-Gotthardt
Beiräte: Gerhard Ballweg, Walter Bechtold, Maria Munk, Silvia Vleugels
Eindrücke von unserer Kirche, die Mosaikbilder und Informationen zur Geschichte finden Sie wenn Sie hier klicken.
Mit dem Neubau der Hardheimer Pfarrkirche „St. Alban“ wurde am 4. April 1891 begonnen und am 18. April 1899 wurde die Kirche eingeweiht. Aufgrund fehlender Finanzierungsmittel konnte erst im Juli 1912 mit der geplanten Ausmalung begonnen werden. Den Auftrag zur Ausmalung der Wandflächen mit Szenen aus dem Leben Jesu, der Apostel und weiterer Heiliger erhielt der bekannte Kunstmaler Augustin Kolb.
Bei der Renovierung der Kirche in den Jahren 1964 – 1968 wurden leider die Wandmalereien entfernt und sämtliche Wand- und Deckenflächen weiß gestrichen.
Anfang der achtziger Jahre wurde festgestellt, dass eine grundlegende Renovierung dringend notwendig geworden ist. Aufgrund der veranschlagten Kosten wurde zur Finanzierung im Mai 1986 der „Verein zur Renovierung des Erftaldomes“ gegründet, dem rund 600 Mitglieder aus Hardheim und den Filialgemeinden beigetreten sind.
Schwerpunkte der Reparaturarbeiten waren das Deckengewölbe, die Heizung, der Kirchturm, der gesamte Chor- und Innenraum mit Ciboriumsaltar, der Boden und vieles anderes mehr. In den folgenden Jahren brachte der Verein jährlich rund DM 50.000,- an Spenden und Mitgliederbeiträgen zur Finanzierung und Schuldentilgung auf. Die Überholung der kleinen und großen Fenster und der vierzehn Kreuzwegstationen sowie alle 38 Mosaikbilder für die Wandflächen wurden von Vereinsmitgliedern und Hardheimer Bürgern gestiftet. Ein Mosaikbild kostete vom Entwurf bis zur Fertigstellung durchschnittlich DM 20.000,-. Soweit die eigenen Mittel nicht ausgereicht haben, erfolgte die Finanzierung durch die Aufnahme von Darlehen bei der Pfarrpfründekasse in Freiburg. Der Verein hatte sich verpflichtet, die Hälfte der Zins- und Tilgungsleistungen zu übernehmen und hat am 30. Mai 2008 die letzte Rate nach Freiburg überwiesen.
Von den ursprünglich 600 Vereinsmitgliedern sind – nach rund 30 Jahren – 257 Mitglieder weiter aktiv dabei. Der Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich EUR 30,-. Zur Förderung und Erhaltung der Kirche werden stets finanzielle Mittel benötigt. Aus diesem Grund sind neue Mitglieder herzlich willkommen. Das neuromanische Bauwerk mit der byzantinischen Ausmalung – unser Erftaldom – ist die größte Kirche von der Quelle bis zur Mündung der Erfa, deshalb auch Erftaldom genannt. Sie ist darüber hinaus eine würdige Stätte des Glaubens und ein bei der Hardheimer Bevölkerung beliebtes Wahrzeichen und hohes Kulturgut.
Für nähere Informationen steht das Pfarramt Hardheim gerne zur Verfügung.
Tel.: 06283/6213