Patronat: Granada; der Kranken, Krankenhäuser, Krankenpfleger (seit 1930), Buchdrucker, Papierhersteller, Buchhändler
Johannes wurde vermutlich am 8. März 1495 in einer kleinen portugiesischen Stadt in der Nähe von Lissabon geboren. Mit acht Jahren verschwand er aus seinem Elternhaus; ob er aus Abenteuerlust ausgerissen oder entführt worden war, ist nicht bekannt.
Lange Zeit war er Hirte bei einem andalusischen Großgrundbesitzer, bevor er sich um das Jahr 1523 als Soldat anwerben ließ und im Baskenland gegen die Franzosen kämpfte. Einer Verurteilung zum Tod durch den Strang wegen angeblichen Diebstahls nur knapp entronnen, kam Johannes mit der Absicht, von dort nach Afrika zu gehen, nach Gibraltar. Andere behaupten, er sei wieder auf den Großgrundbesitz in Andalusien zurückgekehrt.
1532 kämpfte er in den Truppen Karls V. gegen das Heer der Türken und kam dabei bis nach Wien. Von dort wieder nach Spanien gelangt, begann er in Gibraltar, als fliegender Buchhändler zu arbeiten, indem er sowohl religiöse Bücher und Heiligenbilder als auch Romane und Reiseerzählungen verkaufte.
In Gibraltar vernahm Johannes eine Predigt des Johannes von Ávila (Heiliger). Diese soll ihn so tief berührt haben, dass er wie ein Besessener durch die Straßen rannte, sein Hab und Gut verschenkte und alle Anzeichen der Geisteskrankheit zeigte. Im Hospital von Granada (Andalusien, Südspanien) erfuhr er am eigenen Leib die damals üblichen Behandlungsmethoden bei geistiger Verwirrtheit, bevor er nach einigen Monaten wieder entlassen wurde.
Nach einer Marienwallfahrt nach Guadalupe eröffnete Johannes im Jahr 1540 in Granada ein Haus, in dem er Kranke und Verwirrte pflegte. Um für die Kosten aufzukommen, ging er betteln (mit einem Korb auf dem Rücken und zwei Töpfen auf einer Stange) und bekam Spenden und Unterstützung von reichen Gönnern, die durch sein selbstloses Tun beeindruckt waren. Der Bischof von Tuy soll ihm bei einem Zusammentreffen den Beinamen »von Gott« gegeben haben, weil nur ein Mensch, der von Gott dazu berufen wurde, ein solches Werk tun könne.
1547 konnte Johannes in einem ehemaligen Karmelitinnenkloster ein zweites Krankenhaus gründen, nachdem sich ihm immer mehr Helfer zur Verfügung stellten, und die Bewunderung und Verehrung für sein Tun in der Bevölkerung wuchs. In den Häusern wurden die Kranken nach bestimmten Regeln gepflegt, die für diese Zeit noch nicht allgemein üblich waren; so wurde z. B. sehr auf Hygiene geachtet und auch auf seelische Ansprache.
1550 zog sich Johannes ein schweres Fieber zu, an dem er am 8. März desselben Jahres in Granada verstarb. Nach seinem Tod entwickelte sich aus seiner Organisation der Laienorden der Barmherzigen Brüder, der 1572 die Regeln der Augustiner übernahm und 1586 von Papst Sixtus V. offiziell anerkannt wurde. Am 21. September 1630 wurde Johannes von Gott von Papst Urban VIII. seliggesprochen, seine Heiligsprechung erfolgte am 15. Juli 1691 durch Innozenz XII.
Darstellung: im Ordensgewand der Barmherzigen Brüder; mit Bettlern, Kranken oder Kindern
Attribute: Kruzifix, Rosenkranz, Dornenkrone, Jesuskind mit Granatapfel (der Apfel bedeutet Granada, wo ihm Jesus seinen Tod vorhersagte), Strick um den Hals, an dem Körbe und Töpfe hängen (Almosensammlung)

Quelle: Herder-Verlag


