Rückblick


Bretzingen. (adb) Mit einem äußerst festlichen Gottesdienst feierte die Bretzinger Dorfgemeinschaft am Pfingstsonntag (19. Mai 2024) die nahezu vollendete Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Sebastian und Vitus. Es erfolgten Rückbauarbeiten am Dach, aber auch Gerüstbau, Natursteinarbeiten, Fensterbau, Dachentwässerung, Flaschnerarbeiten, die Gipser-, Maler- und Schreinerarbeiten und der Gerüstbau. Parallel dazu wird eine Toilette eingebaut.
Durch die Messe führte Pfarrer Christian Wolff, dessen packende Predigt sich auf die Außenwirkung der katholischen Kirche bezog. Demnach hielten viele Menschen – auch Christen – die Kirche zusehends für überflüssig, seien unzufrieden mit dem vermittelten Gottesbild und dem Willen des Herrn. „Oft werden Gottes Wort und Wille mit dem eigenen Gefühls- und Anspruchsdenken verwechselt. Das eigene Gefühl ist hier aber nicht der Maßstab – oft widersprechen sich eigene Emotionen oder sind von äußeren Einflüssen manipuliert worden“, hielt der Geistliche fest. In dieser Denkweise verkomme Gott zur „Verlängerung des Egos“, was jene kirchenunfreundliche Gesinnung mit beeinflusse. Pfarrer Wolff schlug vor, Traditionen mit den Ansätzen der Gegenwart zu verquicken. „Gott möchte keine erstarrte Kirche, sondern einen lebendigen Glaubensraum“, betonte er. Einen Solchen stelle zweifellos die Pfarrkirche St. Sebastian und Vitus dar: „Sie ist ein Symbol dafür, dass Gott in unserer Mitte steht und uns Orientierung und Halt schenkt“, gab der Geistliche zu bedenken.
Dazu passte der feierliche Anstrich des sehr ansprechend gestalteten Gottesdienstes: Der rege Besuch vieler Gläubiger zeigte die tiefe Verbundenheit vieler Bretzinger zu ihrer Kirche. Und selbst die Kleinsten feierten mit: Parallel zur Messfeier fand der Kindergottesdienst statt. Kaum waren die die Bretzinger Kindergartenkinder wieder in der Kirche eingetroffen, bezog sie Pfarrer Wolff über ein herzenswarmes Fragespiel in den Gottesdienst mit ein – und lebensfrohe Singspiele luden die Gemeinde zum Mitmachen und Mitsingen ein. Das wiederum freute auch Pfarrer Wolff: „Schön, dass wir einen Ort haben, um Gottes Liebe zu erfahren und zu teilen!“, rief er aus.
Nach dem Gottesdienst ergriff Heike Hornbach das Wort. Im Namen des Gemeindeteams und der Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen im Madonnenland erinnerte sie an das Motto, das die Renovierungsarbeiten begleitete: „Unser Kirche soll im Dorf bleiben“, bemerkte sie und sprach von einem „großen Tag der Freude und des Dankes“, den man nun gemeinsam feiern könne. „Unsere schöne Pfarrkirche St. Sebastian und Vitus ist der Mittelpunkt Bretzingens. Wir sind alle sehr froh, dass wir sie nach einem langen uns ausdauernden Kampf erhalten konnten“, zeigte sie auf. Die Kirchenrenovation sei mehr als nötig gewesen: Es habe sich nicht um kleine Schönheitsoperationen gehandelt, sondern viel mehr um eine „lebenserhaltende Operation“. Ohne die Renovierung insbesondere des Kirchendachs seien Gottesdienste, Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern so nicht mehr möglich gewesen, wie sie zu bedenken gab. Im selben Atemzug ließ sie wissen, dass die Spendenaktion zum Erhalt des Gotteshauses rund 30.000 Euro ergab – ein stolzer Betrag, der auch durch die Verbundenheit vieler ehemaliger Bretzinger mit ihrer Heimatkirche zustande kam. Abschließender Dank galt allen Aktiven, Architekt Bernd Reinhart (Architekturbüro Bauwerk 4, Bad Mergentheim), Malermeister Raimund Hack und allen Ehrenamtlichen, die über 140 Helferstunden geleistet hatten. „Die vielen Helferdienste trugen zur Finanzierung des Projekts bei wie auch das Pfarrfest und der Stand auf dem Weihnachtsmarkt“, bemerkte Heike Hornbach. Ein ganz besonderer Dank erging an Lore Fitz, die als Mitglied von Pfarrgemeinderat und Stiftungsrat vom ersten Tag an vehement für die Renovierung gekämpft hatte und in der Renovierungsphase unzählige Stunden und ihr ganzes Herzblut investierte. Mit einem Segensspruch leitete Hornbach zum Sektempfang vor der Kirche auf: Bei guter Witterung konnten Gläser erhoben, aber auch ein paar Worte gewechselt werden – ganz zur Feier des Tages.

