17-06-18 Gabriely,Dumaier, Kinik

Besonderes Konzert im Hardheimer Erftaldom Langanhaltender Applaus für Irith Gabriely, Abuseyf Kinik und Hans-Joachim Dumeier

Drei Weltreligionen im musikalischen Trialog

20. Juni 2017


Hardheim.Ein ungewöhnliches Orgelkonzert unter dem Motto "Über Grenzen hinweg - Weltreligionen im musikalischen Trialog" fand am Sonntagabend im Hardheimer Erftaldom statt.

Ihr fester Glaube an den einen Gott und ihre gemeinsame Hoffnung und das daraus erwachsene Bemühen um Frieden in der Welt sind den drei Musikern gemeinsam, die das Abendprogramm gestalteten. Es waren dies die aus Israel stammende Klarinettistin Irith Gabriely, der in Anatolien geborenen Abuseyf Kinik (türkische Laute Sass und Percussion) sowie der als Organist erfolgreiche und als Kantor der evangelischen Stadtkirche Michelstadt tätige Hans-Joachim Dumeier.

Neben eindrucksvoller Musik gab es aufschlussreiche Betrachtungen zur Nähe der drei Religionen zueinander, wie der des Christentums zum Judentum als seiner "älteren Schwester" und schließlich zur Verbindung mit dem Islam.

Ekstatische Höhen

Thematisiert wurden Gemeinsamkeiten der drei Religionen. Abuseyf Kinik stellte die Aleviten als muslimische Abzweigung und deren religiöse Ziele, Einstellungen und Bräuche vor.

Mit ihrer brillant gespielten und instrumental dominanten Klarinette geleitete Irith Gabriely durch das musikalische Programm des Abends. Im gemeinsamen Spiel ging es um die Harmonie der drei Religionen und des bei diesem Orgelkonzert in den Vordergrund gestellten Trialogs zur weitergehenden Verständigung. Irith Gabriely sorgte mit teils tiefen, dunklen, teils warmen bis hin zu schrillen und in höchste Höhen reichenden Tönen ihrer Klarinette dafür, dass die Besucher sowohl in spirituelle Tiefen als auch in ekstatische Höhen geführt wurden und Lebensfreude vermittelt bekamen.

Nähe zu den Besuchern suchend schritt sie gemessenen Schrittes oder tänzelnd durch die Gänge der Kirche, tänzelte oder stampfte zu den Klängen ihres Instruments auch im Altarraum und riss die Besucher zu Begeisterungsstürmen hin.

Geboten wurde im Verlauf des Abends ein abwechslungsreiches musikalisches Programm mit Werken verschiedenster Komponisten und mit traditionellen religiösen Weisen. Diese erklangen mit den von den Künstlern zunächst beschriebenen Instrumenten gemeinsam oder bei Soloauftritten.

So war zu Beginn der eigenwillige Sound der von Abuseyf Kinik gespielten türkischen Laute beim "Bauerngebet" und bei dem arabischen Song "Allah Dalaouna" zu hören. Hans-Joachim Dumeier wartete mit einer Orgel-Improvisation auf, bei der er alle Register der Orgel und seines Könnens als Organist mit furiosen Klängen und tollen wechselnden Rhythmen zog, ergänzt mit manchen schrillen Klängen der Klarinette von Irith Gabriely und den eindringlichen Percussion Klängen von Abuseyf Kinik.

Beim rhythmisch betonten "Oriental Dance" ließen sich mit Sassbegleitung mancherlei Musikrichtungen heraushören, wobei sich wie im weiteren Verlauf des Konzerts immer wieder harmonische Verbindungen und ein toller Zusammenklang der drei Instrumente ergaben.

Johann Sebastian Bach war mit seiner Komposition "Wohl mir, dass ich Jesus habe" vertreten.

Immer wieder bereichert wurde der Abend mit den Gedanken von Irith Gabriely, die auch die Besonderheiten der drei großen Religionen verdeutlichte. Die Improvisation "Tschobi" ließ musikalisch all das erklingen, was den Künstlern einfiel zu einem Gebet für den Frieden in der Welt.

Irith Gabriely bezog die Besucher durch ihr Mitsingen in die Gestaltung mit ein, ehe Abuseyf Kinik mit einem instrumentalen Solo und dem damit verbundenen innigen Gesang das Programm fortsetze. Hernach zeigte Irith Gabriely, dass Kirchenmusik Raum für mancherlei Improvisation bietet. Die von Albert Schönberger für den Organisten Dumeier komponierte "Trias I, II und III" ließ ebenfalls das harmonische Zusammenspiel der verschiedenen Instrumente hören und eine getragene, meditative Stimmung aufkommen.

Der Bach-Sonate g-Moll, Satz III, schloss sich der gemeinsame Gesang des chassidischen Friedenssongs "Aha, aha" unter der Regie von Irith Gabriely an.

Die drei Künstler wurden zum Abschluss des Konzertes mit langanhaltendem Applaus bedacht.

Bernhard Berberich als Sprecher der "Freunde der Erftaldomorgel", die das Konzert veranstalteten, überreichte zum Abschied Erinnerungsgaben. Er hatte auch zu Beginn die Besucher begrüßt und mit kurzen Betrachtungen in das Programm eingeführt. Z


 

Programm

  • Bauern Gebet/ Taxim(Trad.)
  • Arabischer Song „Allah Dalaouna“(Trad.)
  • Orgel solo Improvisation
  • Oriental Dance / Ayoub(Trad.)
  • Blues & Johann Sebastian Bach: Wohl mir, daß ich Jesus habe
  • Die Jüdische Hochzeit: Ein kleines Klezmerpotpourri
    Tschobi: Improvisation
  • Der Sass, Prophet der Aleviten, Symbol der Friedlichkeit,Trad. aus Anatolien
  • Terk in Amerika/ Gemeinsames Lied
  • Albert Schönberger:Trias I, Trias II, Trias III /Allah Chai
  • Bach Sonate G Moll Satz III
  • Gemeinsames Singen, Chassidischer Frieden SongAha, Aha“(Trad.)