Veriationen durch die Jahrhunderte

Mit seiner facettenreichen Interpretation der „Variationen durch die Jahrhunderte“ begeisterte Organist Holger Gehrig am Sonntag das Publikum im Erftaldom.

Hardheim. Mit seinem sagenhaften virtuosen Gestaltungsvermögen und der meisterlich klingenden Interpretation der Auswahl seiner Werke unter dem Motto „Variatio delectat – Variationen durch die Jahrhunderte“ beim ersten der drei im Jahresverlauf vorgesehenen Konzerte an der Vleugels-Orgel begeisterte der Organist der Kreuzkirche Dresden und Kustos der Konzertsaalorgel im Kulturpalast Dresden, Holger Gehrig, am Sonntag die Zuhörer im Erftaldom.

Im Anschluss an die Begrüßung durch Bernhard Berberich namens der Veranstalter führte der Organist mit Betrachtungen zu dem gewählten Titel in das Programm ein und freute sich über die Möglichkeit der Gestaltung der vorgesehenen Werke an der klangschönen Vleugels-Orgel. Er sprach über Variationsmöglichkeiten zu den Werken und zeigte deren Charakteristika und Besonderheiten auf.

Musikalisch am Anfang des Konzerts stand die liebenswerte „Sarabande mit Variationen“ aus der Suite d-Moll, HWV 437, von Georg-Friedrich Händel, die eingängig und von perlender Schönheit ist, und zur großen Musik zählt, während seine anderen ebenfalls zu großer Musik zählenden Klaviersonaten eher unbekannt geblieben sind. Zu Händels bevorzugten Formen gehört auch die Variation, der sich oft etwas Rauschhaftes und Durchgängerisches aneignet, das hörbar wurde.

Die Sarabande selbst, die zum festen Kernsatz der barocken Suite wurde, ließ sich als höfische Tanzform der Barockmusik erleben und bereitete viel Freude bei der tollen Interpretation des Organisten.

Die „Introduction und Passacaglia d-moll“ von Max Reger genossen die Zuhörer als ein kunstvolles Werk des Komponisten, das als Beleg Regerscher Orgelkunst gewertet werden kann und bei der meisterhaften Interpretation von Gehring die Besucher die vielfältigen, auch voluminösen und den Kirchenraum füllenden Klangmöglichkeiten der Orgel ebenso genießen ließ wie im Wechsel mit diesen die eher leisen Klänge.

Musikalisch hörbare Gedanken

Die Partita „Auf meinen lieben Gott“ von Dieterich Buxtehude machte den Besuchern die Gedanken des großen Barockmeisters musikalisch hörbar, dass „Christus mein Leben und Sterben mein Gewinn“ sind und es sich empfiehlt, sich diesem Christus zu ergeben und vertrauensvoll der Einstellung zu folgen gemäß der Einsicht „Auf meinen lieben Gott trau ich in Angst und Not, der kann mich allzeit retten aus Trübsalm Angst und Nöten, mein Unglück kann er wenden, steht alles in seinen Händen“.

Die „Passacaglia c-Moll“, BWV 582, aus zwei Sätzen ließ sich schon mit ihrem schweren und mächtigen Beginn und ihren weiteren durchdringenden Klängen unter Nutzung der vielfältigen Klangmöglichkeiten der Orgel als eine seiner wohl wichtigsten und bekanntesten Kompositionen erkennen und sprach die Zuhörer nachdrücklich an.

Mit der Partita „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ aus den „Musicalischen Sterbens-Gedancken“ von Johann Pachelbel ließ der Organist in ansprechender Form deutlich hörbar werden, wie dessen Gedanken und Trauer über den Tod und Verlust seiner Frau und seines Sohnes weg von Schmerz hin zur Hoffnung auf das Leben in Christus gelenkt werden.

In einfühlsamer Klangform und Gestaltung sowie unter Nutzung und Einsatz verschiedenster Register vermochte der Organist gemäß den Gedanken und der Überzeugung des Komponisten mit liebenswerten und wohltuenden Hoffnungsklängen und Variationen Zuversicht und Hoffnung hörbar werden zu lassen.

Langanhaltender Beifall

Mit den Variationen über ein Thema von Georg Friedrich Händel op. 29 beeindruckte Holger Gehring nochmals die von seinem künstlerischen Gestaltungsvermögen begeisterten Zuhörer.

Er beschloss den Abend nach dem langanhaltenden Beifall der Besucher mit einer mit aparten Klängen und rhythmischen Akzenten bereicherten Zugabe. Z


 

Konzertprogramm 

Georg Friedrich Händel                          (1685-1759)      Sarabande mit Variationen aus der Suite d-Moll HWV 437

Max Reger                                             (1873-1916)       Introduction und Passacaglia d-Moll

Dieterich Buxtehude                              (1637-1707)      Partita „Auf meinen lieben Gott“  BuxWV 179       

Johann Sebastian Bach                         (1685-1750)     Passacaglia c-moll BWV 582                             

Johann Pachelbel                                  (1653-1706)     Partita “Was Gott tut, das ist wohlgetan”       

Arno Landmann                                     (1887-1966)      Variationen über ein Thema von  Georg Friedrich Händel   op. 29