„Nordische Klangdimensionen“ - Skandinavische Chormusik begeisterte

Kirchenmusikalische Werke aus Schweden, Finnland und Norwegen in der Pfarrkirche beeindruckend dargeboten
 

Quelle: Foto: Zegewitz

 
 
Hardheim. Die "Kunst des Singens" beherrscht der Kammerchor "Songcraeft" aus Grafenrheinfeld perfekt. Dies bewies er unter der Leitung seines Gründers und musikalischen Leiters, Regionalkantor im Bistum Würzburg und Leiter des Regionalzentrums für Kirchenmusik, Rainer Aberle, am Sonntag beim dritten Orgelkonzert in diesem Jahr in der Pfarrkirche St. Alban. Unter dem Motto "Nordische Klangdimensionen" wurden zahlreiche Besucher begeistert. Für die gelungene Leistung gab es nach dem Konzert "standing ovations". Interessantes Erlebnis Mit Chor- und Orgelmusik aus Nordeuropa war es für Besucher interessant zu erleben, wie sich die Interpretation nordeuropäischer Komponisten, von bekannten Titeln von der in Mitteleuropa gewohnten Gestaltung abhoben. Unter anderem war das Konzert auch Beweis dafür, dass die skandinavische Chormusik über einen großen Reichtum an kirchenmusikalischen Werken verfügt. Diese sind zum Teil von Volksliedern geprägt und auch für "mitteleuropäische Ohren" eine Bereicherung. Die Stücke wurden in einem transparenten und homogenen Chorklang dargeboten. Die Begrüßung zum Konzert übernahm Bernhard Berberich, einleitende Gedanken übermittelte Aberle. Als musikalischer Leiter erinnerte er daran, dass kirchenmusikalische Werke als Adaption des Volksliedgutes entstanden seien. Die Jahreszeiten hätten stets Einfluss darauf gehabt. Außerdem würde man die Auseinandersetzung mit Grundfragen zu Leben und Tod wiederfinden. Zu den skandinavischen Ländern gehöre die Freude am Singen, es stelle sogar eine Art Volksbewegung dar. Die "nordischen Klangdimensionen" machte der gemischte Chor mit der A-cappella-Gestaltung der Kompositionen aus Finnland, Norwegen und Schweden hörbar. Dabei waren Stücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Passender Einstieg Den Reigen der Lieder eröffnete das reizvoll konzipierte "Ave Maria" des finnischen Komponisten Jaako Mäntyjärvi. Die Männer sangen an, hielten den Ton, wobei die unter dem Publikum verstreuten Sängerinnen das Gebet einfließen ließen. Kühle erkennen ließ das anschließende "Ave verum corpus" des norwegischen Trond Kverno, ehe das "Ave, maris stella" von dem als "Pate" anzusehenden Edvard Grieg wunderbare Klangfülle bot. Diese und alle weiteren Chorwerke, wie das abendliche Gebet in Liedform "Aftonbön" von Egil Hovland (Norwegen), Psalm 120 von Otto Olsson (Schweden), "Med mitt öga se" von Jerker Leijon (Schweden) und die Chorimprovisation der gefühlvollen schwedischen Volksweise "Den Herrn will ich loben" intonierten die Sänger auf höchstem Niveau. Das "Laudate dominum" des schwedischen Knut Nysted, dessen Hauptwerke auf Texten aus der Bibel oder sakralen Themen basieren, und weitere Titel wie "Pingst" von Oskar Lindberg (Schweden) sprachen die Zuhörer an. Zudem waren sie fasziniert von dem an der Glasorgel von Aberle begleiteten "Cantate Domino" des bekannten Komponisten Arvo Pärt (Finnland), dem "Laudate dominum" des Letten Urmas Sisak, dem "Hodie Christus natus est" von Niels La Cour (Dänemark) und dem "Exultate Deo" des Letten Vytautas Miskinis. Besonders imponierend gelang auch die choreographische Gestaltung. An der Orgel sorgte Aberle mit der mächtigen "Intrada" des berühmten Jean Sibelius (Finnland) sowie mit "Drei Legenden" aus Opus 46 von Emil Sjögren (Schweden), drei Orgelchorälen des Schweden Oskar Lindberg und weiteren Werken für Begeisterung. Der Organist erwies sich als exzellenter Könner seines Fachs und vermochte die Besonderheiten der "nordischen Klangdimensionen" an der Orgel optimal zu verdeutlichen. Der rauschende Beifall veranlasste den Chor nach dem Dank von Bernhard Berberich zur Zugabe "Geleit in die Nacht". Z © Fränkische Nachrichten, Dienstag, 15.10.2013