Imposante Klangfülle einfühlsam nuanciert

Prof. Douglas E Bush, Utha, USA spielt Orgelkonzert am 21.07.2002


Quelle: Foto: D.Bush Privat

Hardheim. Bei seinem Konzert am Sonntag auf der renovierten und erweiterten Vleugels-Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Alban bot der amerikanische Organist, Komponist und Professor Douglas E. Bush, ein kontrastreiches für jeden Musikfreund begeisterndes Programm. Er zog im wahrsten Sinne des Wortes alle "Register seines Könnens" und nahm die Möglichkeit wahr, die Vielzahl der klanglichen Möglichkeiten der Orgel in den von ihm mit Perfektion gespielten Werken darzustellen. Die Zuhörer bekundeten denn auch mit frenetischem Applaus am Ende des Konzertes ihre Begeisterung. Der Künstler revanchierte sich mit zwei Zugaben.

Vereins zur Renovierung des Erftaldoms den international erfolgreichen Künstler und die Besucher willkommen und dankte der Orgelmanufactur Vleugels für das Zustandekommen dieses zweiten Orgelkonzerts. Auch Prof. Douglas E. Bush sprach ein Grußwort an die Besucher, führte kurz in das Programm ein, das auch einige der ersten in Amerika für Tasteninstrumente entstandenen Stücke enthielt.

Zunächst präsentierte der Organist das aussagekräftige "Kyrie, Gott heiliger Geist, BWV 671" von Johann Sebastian Bach mit begeisterndem Einfühlungsvermögen Wechsel zwischen liedhaften Teilen und mächtigen Orgelklängen.

Es folgte die Aria mit 15 Variationen, a-Moll, von Johann Christoph Bach, in der die unterschiedlichsten von leisen, leichten bis hin zu festlichen und mächtigen Klängen schön herausgespielt wurden.

Im Zusammenspiel von Professor Bush (große Kirchenorgel) und dem ihn begleitenden Orgelschülertalent Alex Petersen (Glasorgel im Chor der Kirche) erklang die "Toccata Athalanta" von Aurelio Bonelli, wobei der Zuhörer den Eindruck gewann, als antwortete eine Orgel auf die Klänge der anderen. Die "Fugue sur le thème du Carillon des heures de la Cathedrale de Soissons" von Maurice Duruflé beeindruckte durch ihre mächtigen Klänge, ehe das Prelude on "Brother James' Air" von M. Scarle Wright mit seinen leisen und gefälligen Figurationen das Einfühlungsvermögen des Organisten und die technische Beherrschung des Instrumentes hörbar machten.

Ebenfalls im Spiel auf den zwei gegenüber stehenden Instrumenten erklingen ließen die beiden Instrumentalisten das "Concierto para dos organos" G-Dur, von Pedro José Blanco, geprägt von verspielten Passagen.

Von besonderem Reiz waren die von Professor Bush in seiner Einführung angekündigten ersten in Amerika entstandenen Stücke für Tasteninstrumente, mit eher lustigem Charakter, die so gar nicht als kirchenmusikalische Stücke einzustufen sind. Gerade diese aber gaben dem Programm einen geradezu volkstümlichen und unterhaltsamen Charakter. Dies vor allem auch deshalb, weil sie dem amerikanischen Orgelkünstler die Möglichkeit boten, den Besuchern die Klang- und Stimmenvielfalt der Hardheimer Orgel darzustellen. Von sommerlicher Leichtigkeit schien die "amerikanische Suite aus dem 18. Jahrhundert". Volksliedhafte Klangvielfalt und Klanggestaltung wies "Lord Loudon's March" auf und auch die Musiker von "Peter Pelham's Minuet" und "Regatte Minuet" ging ins Ohr, war rhythmisch betont und gefällig anzuhören.

Bei dem Titel "Ajig" nutzte der Künstler bei seiner begeisternden Interpretation die Stimmenvielfalt der Orgel optimal aus, der Zuhörer glaubte zwischendurch sogar, das Gezwitscher der Vögel zu vernehmen. Voller mächtiger musikalischer Klangfülle und rhythmischer Prägnanz war der schwungvolle "The Marquis of Granby's March". Zu den auf der Orgel produzierten triumphalen Klängen gehörten die einer Pauke, die so perfekt und naturgetreu klangen, dass die Besucher ihren Blick in Richtung Empore richteten und dort einen zusätzlichen Instrumentalisten vermuteten. Dieses populär wirkende, unterhaltsame und ganz heitere Musikstück bereitete den Besuchern einen besonderes vergnüglichen Hörgenuss, ehe sich der Bogen schloss und der Organist das Programm mit den mächtigen Klängen von "Praeludium und Fuga, C-Dur, BWV 545" beschloss. Danach war kein Zurückhalten mehr, mit lautstarkem Beifall und Standing Ovations brachten die Besucher ihren Dank für diesen genussreichen Orgel-Abend zum Ausdruck und bezogen dabei auch die Orgelmanufactur Vleugels ein. Z

Fränkische Nachrichten

23. Juli 2002