Konzert mit Limburger Domorganist, Prof. Markus Eichenlaub und die Sopranistin Dorothee Laux

Konzert im Erftaldom wurde zum Genuss für die Sinne.
 
Von unserem Mitarbeiter Ralf Scherer (Fränkische Nachrichten)

Quelle: Foto: Eichenlaub/Laux Privat

Hardheim. Auf Einladung der katholischen Kirchengemeinde Sankt Alban und des Freundeskreises "Erftaldomorgel" geben sich seit Jahren regelmäßig renommierte Organisten, Instrumentalsolisten und Sänger aus dem In- und Ausland in der Hardheimer Pfarrkirche die Klinke in die Hand.

Profilierter Künstler

Zum Abschlusskonzert 2009 gelang es den Organisatoren am Sonntagabend nun erneut, mit dem Limburger Domorganisten Prof. Markus Eichenlaub einen der deutschlandweit profiliertesten Künstler an der berühmten Vleugels-Orgel zu präsentieren.


Begleitet von der Sopranistin Dorothee Laux wurde das vierte Konzert der aktuellen Jahresreihe für die knapp 150 Orgelfreunde aus der gesamten Region einmal mehr zu einem Genuss für die Sinne.

Ausnahmekünstler

Passend zur dunklen und feierlichen Jahreszeit entführten die beiden Ausnahmekünstler ihr Publikum auf eine stimmungsvolle Reise durch den Rhythmus der unterschiedlichen Tageszeiten und lud durch den meist ruhigen, sakralen Charakter der einzelnen Stücke zum entspannten Träumen ein. Den Auftakt dazu machten Eichenlaub und Laux mit dem dreiteiligen "Les Angelus, Op. 57" von Louis Vierne, wobei die Dozentin der Kreismusikschule Limburg jeweils nach einem Orgelvorspiel mit ihrer wunderbar warmen und weichen Stimme den Tagesablauf vom morgendlichen Erwachen über den strahlenden Mittag bis hin zur Stunde der Nacht äußerst einfühlsam interpretierte.

Meditative und ruhige Phasen im Wechsel mit dem atemberaubenden Klangvolumen der Vleugels-Orgel und der glasklaren Stimme von Dorothee Laux kennzeichneten auch das anschließende "Speculum Vitae - Mirror of Life, Op.36" von Flor Peeters. Darin beschreibt der belgische Komponist und Organist den kühlen und frischen Tagesanbruch, der langsam in die Trägheit der Mittagshitze und schließlich in einen friedlichen Abend übergeht und somit auch den Lauf des Lebens assoziiert.

Mal klanggewaltig, mal flüsternd

Quelle: Foto Zegewitz

Empfindungsreich interpretiert und harmonisch aufeinander abgestimmt schloss sich mit Sigfried Karg-Elerts "Abendstern, Op. 98/1" ein weiteres, eigens für Orgel und Gesang komponiertes Stück mit thematischem Bezug zum täglichen Lauf der Zeit mal klanggewaltig, mal beinahe flüsternd in das Konzert ein. Zum großen Finale ging der Abendstern dann allmählich in den nächtlichen Himmel über. Musikalisch mit den sanften Stimmungsbildern von Gustav Mahlers "Um Mitternacht" perfekt arrangiert, bewiesen die Künstler erneut ihr Ausnahmetalent und boten den Zuhörern so zum Abschluss noch einmal die Möglichkeit, die gesamte Klangfülle des Erftaldoms in sich aufzusaugen.

Als Dank für dieses außergewöhnliche Konzert erhob sich das Hardheimer Publikum von den Bänken und wurde für den lang anhaltenden Applaus prompt belohnt. Nachdem die beiden Künstler laut Hans-Georg Vleugels "eine ganz neue Seite der Musikalität im Erftaldom aufgezeigt" hatten, gewährten Eichenlaub und Laux mit der Komposition "Nachts" von Hans Vleugels, geboren 1899, zum 110. Geburtstag des Großvater des heutigen Inhabers der Orgelmanuvactur Vleugels in Hardheim eine ganz besondere Zugabe.

Stimmungsvoller Abschluss

Die Begrüßung zu Beginn des Konzerts hatte wie gewohnt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates und Sprecher des Freundeskreises, Bernhard Berberich, übernommen und den Zuhörern einen stimmungsvollen Abschluss der Konzertreihe angekündigt.

Am 7. März 2010 startet der Freundeskreis "Erftaldomorgel" mit dem Chemnitzer Kirchenmusikdirektor und Kantor Siegfried Petri in die neue Konzertreihe. Begleitet von der Chemnitzer Kantorin Sabine Petri erklingen dann Werke verschiedener Chemnitzer Komponisten.

Fränkische Nachrichten 10. November 2009