
Künstler überzeugten
Einmal mehr überzeugte der in der Region sehr beliebte und als Sänger und Rezitator gefragte Stefan Müller-Ruppert mit seinen künstlerischen und sprachlichen Gestaltungsmöglichkeiten und seiner sympathische Art.
Im Verlauf des Konzertes brillierte aber auch der im musikalischen Bereich ebenfalls erfolgreiche Organist Thomas Gabriel, der die vielfältigen Ausdrucksformen und Möglichkeiten der Hardheimer Vleugels-Orgel bei dem ursprünglich als Orchesterwerk komponierten "Peter und der Wolf" einsetzte und sehr gut zur Geltung brachte. Die begeistert jubelnden Besuchern würdigten die Leistung der beiden Akteure mit minutenlangem, stehend gespendetem Beifall.
Einführende Gedanken trug nach der Begrüßung Bernhard Berberich vor. Danach wechselten die Wort- und Orgelbeiträge. Im Mittelpunkt stand, wie bereits erwähnt, das bekannte russische Märchen von Sergej Prokofieff. Dieses erzählt die Geschichte um den Jungen Peter, der die Gartentüre offen lässt, so dass die Ente, die sich darüber freut, auf die große Wiese watscheln kann. Das weitere Geschehen handelt vom bösen Wolf, der die Ente frisst, aber auch vom kleinen Vogel, mit dessen Hilfe der schlaue Peter den Wolf schließlich fängt. Die Jägern haben nun nichts anderes mehr zu tun, als den Wolf im Triumphzug in den Zoo zu bringen.
Treffende Gestik und Mimik
All dies ließ der bestens aufgelegte und in Wort, Gestik und Mimik überzeugende Stefan Müller-Ruppert das aufmerksam lauschende Publikum erleben, das auch große Freude hatte an der großartigen Gestaltung der musikalischen Teile des Märchens unter Nutzung der jeweils das Geschehen charakterisierenden Register. Diese ersetzten eindrucksvoll die im Orchesterwerk üblicherweise genutzten Instrumente und akzentuierten das Märchengeschehen lautmalerisch.
Anrührende Romanze
Ganz im Gegensatz zu den teilweise durch das Märchengeschehen bedingten schrillen Klängen standen die der anschließenden "Romanze" von Thomas Gabriel. Der Organist erfreute dabei mit entspannender, andachtsvoller, anrührender und teilweise liedhaft wirkender Musik und bewies sowohl kompositorischen Einfallsreichtum als auch enormes spielerisches Können an der Orgel.
Das gilt auch für seine musikalische Untermalung der "Tiergebete" zusammen mit Stefan Müller-Ruppert. Letzterer charakterisierte mit sprachlich überzeugender Wortgewandtheit dem Publikum stimmlich überzeugend die amüsant beschriebenen Eigenschaften von Katze, Heuschrecken, Esel und Ochs in den treffend charakterisierenden und originellen Texten des ehemaligen Priors Drutmar Cremer der Abtei Maria Laach.
Hatte das bisherige Programm die Besucher bereits vollauf begeistert, so erfuhr es durch die Zugaben noch eine weitere Steigerung. Z
© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 08.10.2015