Prof. Ludger Lohmann: „Fantastisches an der Orgel“ einfühlsam dargeboten

Prof. Ludger Lohmann: „Fantastisches an der Orgel“ einfühlsam dargeboten

Quelle: Foto: Zegewitz

 
Hardheim. Einen exzellenten Musikgenuss bot am Sonntag das Orgelkonzert in der Pfarrkirche St. Alban in Hardheim mit Professor Ludger Lohmann unter dem Motto "Fantastisches an der Orgel". Zu hören waren Werke von Bach, Sweelinck, Mozart und Liszt.

Bernhard Berberich begrüßte namens des Freundeskreis "Erftaldomorgel" und der katholischen Kirchengemeinde St. Alban die Besucher, ehe Lohmann mit einführenden Gedanken zu den vier anschließend zu hörenden "Fantasien" verschiedener Komponisten aufwartete. Bei der einfühlsamen Darbietung der "musikalischen Kostbarkeiten" erwies sich der Professor als exzellenter Interpret und Könner an der Orgel und beschenkte die dankbaren und begeisterten Musikfreunde mit einem genussreichen Abend. Mit der "Fantasie G-Dur" - Pièce d' orgue", BWV 572 von Johann Sebastian Bach als erstem Werk konnten sich die Besucher an einem interessanten Werk mit seinen drei ineinander übergehenden, sehr kontrastreichen Teilen erfreuen, die sichinsgesamt dennoch zu einem äußerst ansprechenden und sinnvollen Ganzen rundeten und auch mit donnernden Bässen das Ganze zu einem jubelnden Abschluss führten. Registrierung machte den Reiz aus.

Bei der "Fantasia in d" (mit dem Motiv Bach) von Jan Pieerszoon Sweelinck machte Ludger Lohmann mit einem Komponisten bekannt, der um 1850 die Organistenstelle des Vaters an der Oude Kerk in Amsterdam übernahm und Lehrer zahlreicher Musiker und Komponisten war. Seine Fantasien entstammen der englischen Tradition und sind wie die für das Konzert ausgewählte Fantasie dreiteilig angelegt. Dabei folgte auf eine imitatorische Einleitung ein Mittelteil in der Art eines Dialogs. Den Abschluss bildete ein toccatahafter Teil. Das Werk ist für die Interpretation auf der Orgel besonders geeignet, weil diese dem Organisten die Möglichkeit gibt, Wiederholungen mit charakteristischen und reizvollen Registrierungen darzustellen.

Mozarts anschließend erklingende, dreiteilige "Fantasie f-Moll", KV 608, stellt ein Auftragswerk für eine Flötenspieluhr in einer Art Mausoleum mit Wachsbüsten großer Verstorbener dar. Es entstand zusammen mit weiteren Kompositionen im Vorfeld der "Zauberflöte" und des "Requiems". Das Stück bezieht barocke Elemente ein und gefiel besonders durch seinen elegischen und andachtsvoll klingenden Mittelteil sowie die liedhaft wirkenden, melodiösen und festlich-feierlichen Passagen.

Symphonische Orgelmusik

Schließlich kamen Fantasie und Fuge über den Choral "Ad nos, ad salutarem undam" von Franz Liszt bei den Zuhörern vorzüglich an. Der Komponist hatte sich dem Instrument virtuos-pianistisch genähert und als Komponist symphonische Formen gewählt. Seine relativ wenigen Orgelkompositionen prägten nachhaltig das Entstehen symphonischer Orgelmusik.

Das Choralthema stammt aus der damals populären Oper "Der Prophet" von Giacomo Meyerbeer, wobei Liszt das Thema in der "Fantasie und Fuge" als eine Art dreiteilige Orgelsymphonie konzipierte, deren Abschnitte nahtlos ineinander übergehen. Es gibt dröhnende und drohend klingende, fanfarenhafte Passagen, wobei die volle Klangfülle der Orgel und verschiedenste Register genutzt wurden, ehe die Musik ruhiger wurde und nach erneutem Klangwechsel mit einem hymnenartigen Schluss Siegesklänge zu verdeutlichen schien.

Der spontane und langanhaltende Beifall der begeisterten Zuhörer war Zeichen großen Dankes und gebührender Anerkennung für das von Professor Ludwig Lohmann großartig und beeindruckend gestaltete Orgelkonzert und die abschließend gewährte Zugabe. Z © Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 31.10.2012

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