Zeitungsberichte

 
Hardheim
Integrationsprojekt „Inka“ endete zum 31. Dezember In einem Pressegespräch zogen die Beteiligten eine sehr positive Bilanz / Mehrwert für die Gemeinde
Jugendhaus wurde ein Ort der Begegnung
23. Februar 2019 Autor:
 
Das Integrationsprojekt „Inka“ endete am 31. Dezember. Aber es wirkt vielfältig nach. In einem Pressegespräch zogen die Beteiligten eine sehr positive Bilanz: (von links) Schulsozialarbeiter Christian Parth, Hardheims Bürgermeister Volker Rohm, DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Herrmann, Hildegund Berberich („Café international“), Hauptamtsleiter Lothar Beger und DRK-Sozialarbeiter Maximilian Behr, Mitinitiator und Leiter des Projektes. © Ingrid Eirich-Schaab (i.E.)
 
Freundlich und einladend: So präsentieren sich jetzt die Räume des Hardheimer Jugendhauses. Mit Hilfe des „Inka“-Projektes konnten sie neu ausgestattet werden und dienen nun verschiedenen Gruppen als Treffpunkt. © Ingrid Eirich-Schaab (i.E.)
Für die Gemeinde ist durch das Projekt „Inka“ ein erheblicher Mehrwert entstanden und die Räume des Hardheimer Jugendhauses haben eine deutliche Aufwertung und Belebung erfahren.
Hardheim. Aus dem Hardheimer Jugendhaus ist eine Art Mehrgenerationentreff, ein allgemeiner Ort der Begegnung für Kurse, Veranstaltungen und Freizeitangebote geworden, die dort seit zwei Jahren parallel zu seiner ursprünglichen Bestimmung als Jugendtreff stattfinden. Es herrscht durch die Mehrfachnutzung wieder Leben im Jugendhaus, quer durch alle Altersschichten. Und das ist DRK-Sozialarbeiter Maximilian Behr und dem von ihm mit initiierten und betreuten Integrationsprojekt „Inka“ („Interkulturelle Kommunikation und Austausch“) zu verdanken.
Behr entwickelte das Projekt 2015 zusammen mit den damals ebenfalls noch beim DRK-Kreisverband in der BEA beschäftigten Sarah Klärle und Andreas Salm. Die Bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle (BEA) für Flüchtlingen gehört längst der Vergangenheit an. Auch das Projekt „Inka“ endete zum 31. Dezember. Aber es hat viel bewirkt und soll deshalb eine nachhaltige Weiterführung erfahren – nicht nur in Form des „Café international“, das sich im Jugendhaus etabliert und entwickelt hat. „Die Fühler werden schon ausgestreckt“, wie Max Behr am Dienstag den Fränkischen Nachrichten verriet: „Wir sind auf der Suche nach weiteren Fördertöpfen und neuen Projekten – gerade für Jugendliche, um Neues zu installieren und Vorhandenes mitzufinanzieren.“
„Win-win-Situation“
Doch bevor es an die Zukunftspläne geht, zogen die Beteiligten in einem Pressegespräch zunächst einmal Bilanz über das bisher Erreichte, und zwar eine sehr positive.
Von einer „Win-win-Situation, von der auch die Gemeinde profitiert“, war die Rede (Bürgermeister Rohm), vom „erreichten Ziel, verschiedene Nationalitäten sowie Alt und Jung zusammenzuführen“ (DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Herrmann).
2015 war das Konzept beim DRK-Bundesverband eingereicht, für gut befunden und im September gleichen Jahres bewilligt worden. Denn das Projekt – aus der BEA-Arbeit mit Asylbewerbern heraus entwickelt – ist nicht nur gut vereinbar mit den Aufgaben des DRK im Sozialbereich, sondern erfüllt genau dessen Ziele. Schließlich sind Universalität und Neutralität sogar in den Grundsätzen des Roten Kreuzes verankert.
Ziel war es, geeignete Räume zu finden und diese so einzurichten und auszustatten, dass hier Menschen zusammenfinden können und ein interkulturelles, überkonfessionelles Miteinander möglich wird, offen für alle. Die Gemeinde stellte die Räume – zunächst zur Miete, später kostenlos – zur Verfügung.
Das Jugendhaus, das bis zum Start von „Inka“ am 1. Januar 2016 ein sehr ruhiges Dasein fristete, bot sich als neutraler, zentral gelegener und gut zu erreichender Treffpunkt an. „In der Gemeinschaftsunterkunft im Triebweg hätten wir diesen Erfolg nicht gehabt“. Darin sind sich alle Beteiligten einig.
„Inka war eines von nur 21 Vorhaben bundesweit, die vom DRK finanziert worden sind. In Baden-Württemberg waren es gerade mal drei Projekte, darunter „Inka“ in Hardheim.
21 387 Euro hatte der DRK-Bundesverband gemäß der ursprünglichen Kostenaufstellung bewilligt, die ausschließlich für Material und den Start, nicht aber für Personalkosten genutzt werden durften. Verbraucht wurden am Ende knapp die Hälfte der Mittel.
Investiert wurde in die Sanierung der Jugendhausräume sowie in neues Inventar. Die Räume sollten einladend, gemütlich, hell und freundlich werden – einfach zum Verweilen einladen. Sie erhielten Gardinen an den Fenstern, einen neuen Anstrich und passende Bodenbeläge. Die neue technische Ausstattung – zum Beispiel mit zwei Whiteboards, Spielekonsolen und einem PC-Arbeitsplatz – dienen Schulungszwecken, Deutschkursen, dem Lernen und Bearbeiten von Hausaufgaben, aber auch ganz einfach nur der Freizeitbeschäftigung der Besucher. Ein Tischkicker wurde ebenso von den Fördermitteln angeschafft wie – ganz konventionell – Brettspiele, zwei Boule-Sets, stapelbare, farbenfrohe Stühle und eine bequeme Coachgarnitur.
Das bestehende W-Lan der Gemeinde auf dem Schlossplatz wurde auf den PC-Arbeitsraum des Jugendhauses erweitert. Alle, die sich hier einbringen, erhalten kostenlosen Internetzugang.
Räume nun hell und einladend
Komplettiert wurde die Küchenausstattung mit neuem Geschirr und weiteren Stühlen, eben allem, was man zum Bewirten und als Grundausstattung benötigt, um das Haus mit Leben zu füllen. Die Vorratskammer hat nun Ablagefächer und es gibt Reinigungsgeräte, auch wenn die regelmäßige Pflege der Räume von einer Putzfrau übernommen und nicht den Nutzern und Jugendlichen überlassen wird. Natürlich gibt es Verhaltensregeln, die es einzuhalten gilt und die nach Ansicht von Christian Parth und Maximilian Behr wichtig für die Entwicklung der Jugendlichen sind. Diese schätzen die gemütliche Wohlfühlatmosphäre und passen auf die Einrichtung auf, wie Hauptamtsleiter Lothar Beger erfreut feststellte.
„Wir als Gemeinde wären nie auf die Idee gekommen, hier im Ort ein Projekt wie Inka zu konzipieren“, erkannte Lothar Beger die Arbeit von Maximilian Behr an. „Inka lebte durch ihn und mit ihm“, hatte zuvor schon Bürgermeister Rohm gewürdigt. Als Dankeschön gab es ein Erinnerungspräsent der Gemeinde. Dem DRK galt Dank für die finanzielle Unterstützung.
Der Erfolg des Projektes hat sich inzwischen herumgesprochen. Und so hat sich ein Fernsehteam des SWR zu Filmaufnahmen angekündigt.
© Fränkische Nachrichten, Samstag, 23.02.2019
 
Hardheim
Integrationsprojekt „Inka“ endete zum 31. Dezember In einem Pressegespräch zogen die Beteiligten eine sehr positive Bilanz / Mehrwert für die Gemeinde
Jugendhaus wurde ein Ort der Begegnung
23. Februar 2019 Autor:
 
Das Integrationsprojekt „Inka“ endete am 31. Dezember. Aber es wirkt vielfältig nach. In einem Pressegespräch zogen die Beteiligten eine sehr positive Bilanz: (von links) Schulsozialarbeiter Christian Parth, Hardheims Bürgermeister Volker Rohm, DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Herrmann, Hildegund Berberich („Café international“), Hauptamtsleiter Lothar Beger und DRK-Sozialarbeiter Maximilian Behr, Mitinitiator und Leiter des Projektes. © Ingrid Eirich-Schaab (i.E.)
 
Freundlich und einladend: So präsentieren sich jetzt die Räume des Hardheimer Jugendhauses. Mit Hilfe des „Inka“-Projektes konnten sie neu ausgestattet werden und dienen nun verschiedenen Gruppen als Treffpunkt. © Ingrid Eirich-Schaab (i.E.)
Für die Gemeinde ist durch das Projekt „Inka“ ein erheblicher Mehrwert entstanden und die Räume des Hardheimer Jugendhauses haben eine deutliche Aufwertung und Belebung erfahren.
Hardheim. Aus dem Hardheimer Jugendhaus ist eine Art Mehrgenerationentreff, ein allgemeiner Ort der Begegnung für Kurse, Veranstaltungen und Freizeitangebote geworden, die dort seit zwei Jahren parallel zu seiner ursprünglichen Bestimmung als Jugendtreff stattfinden. Es herrscht durch die Mehrfachnutzung wieder Leben im Jugendhaus, quer durch alle Altersschichten. Und das ist DRK-Sozialarbeiter Maximilian Behr und dem von ihm mit initiierten und betreuten Integrationsprojekt „Inka“ („Interkulturelle Kommunikation und Austausch“) zu verdanken.
Behr entwickelte das Projekt 2015 zusammen mit den damals ebenfalls noch beim DRK-Kreisverband in der BEA beschäftigten Sarah Klärle und Andreas Salm. Die Bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle (BEA) für Flüchtlingen gehört längst der Vergangenheit an. Auch das Projekt „Inka“ endete zum 31. Dezember. Aber es hat viel bewirkt und soll deshalb eine nachhaltige Weiterführung erfahren – nicht nur in Form des „Café international“, das sich im Jugendhaus etabliert und entwickelt hat. „Die Fühler werden schon ausgestreckt“, wie Max Behr am Dienstag den Fränkischen Nachrichten verriet: „Wir sind auf der Suche nach weiteren Fördertöpfen und neuen Projekten – gerade für Jugendliche, um Neues zu installieren und Vorhandenes mitzufinanzieren.“
„Win-win-Situation“
Doch bevor es an die Zukunftspläne geht, zogen die Beteiligten in einem Pressegespräch zunächst einmal Bilanz über das bisher Erreichte, und zwar eine sehr positive.
Von einer „Win-win-Situation, von der auch die Gemeinde profitiert“, war die Rede (Bürgermeister Rohm), vom „erreichten Ziel, verschiedene Nationalitäten sowie Alt und Jung zusammenzuführen“ (DRK-Kreisgeschäftsführer Joachim Herrmann).
2015 war das Konzept beim DRK-Bundesverband eingereicht, für gut befunden und im September gleichen Jahres bewilligt worden. Denn das Projekt – aus der BEA-Arbeit mit Asylbewerbern heraus entwickelt – ist nicht nur gut vereinbar mit den Aufgaben des DRK im Sozialbereich, sondern erfüllt genau dessen Ziele. Schließlich sind Universalität und Neutralität sogar in den Grundsätzen des Roten Kreuzes verankert.
Ziel war es, geeignete Räume zu finden und diese so einzurichten und auszustatten, dass hier Menschen zusammenfinden können und ein interkulturelles, überkonfessionelles Miteinander möglich wird, offen für alle. Die Gemeinde stellte die Räume – zunächst zur Miete, später kostenlos – zur Verfügung.
Das Jugendhaus, das bis zum Start von „Inka“ am 1. Januar 2016 ein sehr ruhiges Dasein fristete, bot sich als neutraler, zentral gelegener und gut zu erreichender Treffpunkt an. „In der Gemeinschaftsunterkunft im Triebweg hätten wir diesen Erfolg nicht gehabt“. Darin sind sich alle Beteiligten einig.
„Inka war eines von nur 21 Vorhaben bundesweit, die vom DRK finanziert worden sind. In Baden-Württemberg waren es gerade mal drei Projekte, darunter „Inka“ in Hardheim.
21 387 Euro hatte der DRK-Bundesverband gemäß der ursprünglichen Kostenaufstellung bewilligt, die ausschließlich für Material und den Start, nicht aber für Personalkosten genutzt werden durften. Verbraucht wurden am Ende knapp die Hälfte der Mittel.
Investiert wurde in die Sanierung der Jugendhausräume sowie in neues Inventar. Die Räume sollten einladend, gemütlich, hell und freundlich werden – einfach zum Verweilen einladen. Sie erhielten Gardinen an den Fenstern, einen neuen Anstrich und passende Bodenbeläge. Die neue technische Ausstattung – zum Beispiel mit zwei Whiteboards, Spielekonsolen und einem PC-Arbeitsplatz – dienen Schulungszwecken, Deutschkursen, dem Lernen und Bearbeiten von Hausaufgaben, aber auch ganz einfach nur der Freizeitbeschäftigung der Besucher. Ein Tischkicker wurde ebenso von den Fördermitteln angeschafft wie – ganz konventionell – Brettspiele, zwei Boule-Sets, stapelbare, farbenfrohe Stühle und eine bequeme Coachgarnitur.
Das bestehende W-Lan der Gemeinde auf dem Schlossplatz wurde auf den PC-Arbeitsraum des Jugendhauses erweitert. Alle, die sich hier einbringen, erhalten kostenlosen Internetzugang.
Räume nun hell und einladend
Komplettiert wurde die Küchenausstattung mit neuem Geschirr und weiteren Stühlen, eben allem, was man zum Bewirten und als Grundausstattung benötigt, um das Haus mit Leben zu füllen. Die Vorratskammer hat nun Ablagefächer und es gibt Reinigungsgeräte, auch wenn die regelmäßige Pflege der Räume von einer Putzfrau übernommen und nicht den Nutzern und Jugendlichen überlassen wird. Natürlich gibt es Verhaltensregeln, die es einzuhalten gilt und die nach Ansicht von Christian Parth und Maximilian Behr wichtig für die Entwicklung der Jugendlichen sind. Diese schätzen die gemütliche Wohlfühlatmosphäre und passen auf die Einrichtung auf, wie Hauptamtsleiter Lothar Beger erfreut feststellte.
„Wir als Gemeinde wären nie auf die Idee gekommen, hier im Ort ein Projekt wie Inka zu konzipieren“, erkannte Lothar Beger die Arbeit von Maximilian Behr an. „Inka lebte durch ihn und mit ihm“, hatte zuvor schon Bürgermeister Rohm gewürdigt. Als Dankeschön gab es ein Erinnerungspräsent der Gemeinde. Dem DRK galt Dank für die finanzielle Unterstützung.
Der Erfolg des Projektes hat sich inzwischen herumgesprochen. Und so hat sich ein Fernsehteam des SWR zu Filmaufnahmen angekündigt.
© Fränkische Nachrichten, Samstag, 23.02.2019
 
Verein "Dienst am Nächsten" Integrationsprojekt "Gemeinsam in Vielfalt" abgeschlossen
08. Juli 2017
Bernhard Berberich (Erster von rechts) und Florian Pogorzelski (Zweiter von links) bei der Uebergabe ...
Bernhard Berberich (Erster von rechts) und Florian Pogorzelski (Zweiter von rechts) bei der Übergabe der Tische und Sitzbänke an die Sozialarbeiter der GU, Frank Fülbier und Jürgen Graf sowie an den für Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises zuständige Fachbereichsleiter Manfred Schärpf.
© Elmar Zegewitz
Hardheim.Gemäß dem Motto des Integrationsprojektes "Gemeinsam in Vielfalt" war Bernhard Berberich vom Verein "Dienst am Nächsten" angetan vom Engagement der Tätigen und betonte dies bei den Feierlichkeiten zur Übergabe der Sitzbänke und Tische für den Außenbereich der Gemeinschaftsunterkunft Hardheim.
In Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Aktion "Hardheim hilft" wurden die schweren und rustikalen Möbelstücke für die Flüchtlinge angefertigt. Diese Arbeit bildete auch den Abschluss des Integrationsprojektes, die ehrenamtliche Arbeit der seit vielen Jahren Engagierten ist damit jedoch keinesfalls beendet.
Das "Café Connect", der Begegnungstreff, die Hausaufgaben- und Kleinkinderbetreuung , die Strick- und Näh-AG sowie die Fahrradwerkstatt sollen als Angebote dazu beitragen, die Integration weiter voranzutragen. Bernhard Berberich freute sich in seiner Ansprache über die Anwesenheit der vielen Verantwortlichen und Mitwirkenden aus der Gemeinde und des Landkreises und dankte ihnen sowie den Sponsoren und Helfern.

Engagierten Einsatz gelobt

Er sei stolz darüber, dass das Fest in der Gemeinschaftsunterkunft gemeinsam von den Ehrenamtlichen und Sozialarbeitern organisiert wurde, so Berberich. Besonders lobte er den engagierten Einsatz von Florian Pogorzelski, der federführend bei der Umsetzung des Integrationsprojektes "Gemeinsam in Vielfalt" gewesen sei.

Einsatz in Fahrradwerkstatt

Anschließend stellte Pogorzelski den Einsatz in der Fahrradwerkstatt und in der Begegnungsstätte zusammen mit einer ganzen Reihe weiterer verdienstvoller Mitarbeiter vor und ging auf die Arbeiten zur Anfertigung der Tische und Bänke ein.
Er freute sich über die finanzielle Unterstützung des Landes Baden-Württemberg sowie des Landkreises. Fachbereichsleiter Manfred Schärpf würdigte die Realisierung des Projekts, lobte die Beteiligten für deren Arbeit und überbrachte die Grüße des Landrats Dr. Achim Brötel.
Die Ehrenamtlichen würden einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Flüchtlinge in der neuen Heimat wohlfühlen. Schärpf betonte zudem seine Freude über das Bekenntnis der Hardheimer zum Standort des Kreises und darüber, dass der bisher erwiesene Einsatz weiterhin Bestand habe. Es sei erfreulich, dass die Fördermittel für sieben Projekte des Landkreises auch Hardheim zugute kämen. Z
 

Quelle: Fotos Berberich

 
Austausch zum Thema Anschlussunterbringung von Geflüchteten in Buchen
(Foto: pm)
Buchen. (pm) Als „ein fruchtbarer Austausch“ wurde die Veranstaltung zur „Integration von Flüchtlingen in der Anschlussunterbringung“ am Mittwoch, im Alten Rathaus in Buchen wahrgenommen. Dieses Treffen brachte die ehrenamtlichen Asylkreise mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie Gemeindevertretungen aus den verschiedenen Ortschaften im Neckar-Odenwald-Kreis zusammen. Insgesamt kamen in der Runde sechs ehrenamtliche Asylkreissprecher und -sprecherinnen sowie 17 Repräsentanten der Städte und Gemeinden ins Gespräch.
In der Zuhörerschaft saßen nochmals ungefähr 40 am Thema Interessierte. Veranstaltet und moderiert wurde der Abend von Jeannette Bell, Beratung von Ehrenamtlichen im Asylbereich beim Diakonischen Werk im Neckar-Odenwald-Kreis. Tatkräftige Unterstützung wurde durch die Buchener Rathausverwaltung geleistet.
Roland Burger, Bürgermeister der Stadt Buchen, sprach zudem ein Grußwort und eröffnete mit Einblicken in die Buchener Situation der Unterbringung von Menschen mit Fluchterfahrung den Abend.
Für die Asylkreise bestand anschließend die Möglichkeit, durch kurze Impulsreferate einen Eindruck über die Erfahrungen in der Begleitung der Geflüchteten zu vermitteln sowie Ideen für mögliche Projekte und Kooperationen mit den Gemeinden für Personen in der Anschlussunterbringung zu äußern. Nach jedem thematisch eingrenzten Referat, wurden die Äußerungen im Plenum diskutiert und Fragen erörtert. Allerseits wurde die offene Atmosphäre genutzt, um Perspektiven für eine gute Zusammenarbeit auszuloten. Einig war man sich darüber, dass eine gute und frühe Integrationsförderung auf lange Sicht Kosten spart.
Ludwig Jost vom Arbeitskreis Asyl Neckarelz unterstrich die Bedeutung von Arbeit für Fluchtmigranten und die Notwendigkeit des offenen Zugehens auf Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Der Wunsch an die Gemeinden war an dieser Stelle, die frühzeitige Information an Unternehmen vor Ort über Beschäftigungsmöglichkeiten der neu Hinzugezogenen. „Die Erweiterung der Sprachkenntnisse,“ so Fatma Gül, Flüchtlingskoordinatorin aus Mosbach, „müsse damit einhergehen.“
Alle an diesem Abend eingebrachten Themen betreffen die Gemeinden unmittelbar, so zum Beispiel die Frage nach der eingeschränkten Mobilität im ländlichen Raum. „Ein Sozialticket, ein Bürgerbus oder Car Sharing könnten hier Lösungsansätze darstellen,“ stellte Maxi-Monika Thürl vom Asylkreis Seckach-Großeicholzheim vor. „Diese Problematik betrifft alle Bürger“, erklärte Bürgermeister Jens Wittmann aus Fahrenbach und betont, dass die Gemeinden bereits seit mehr als zehn Jahren ein solches Sozialticket mit dem Verkehrsverbund umzusetzen versuchen; bisher leider ohne Erfolg.
Bürgermeisterin Sabine Schweiger, Aglasterhausen, lobte das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, wies aber auch darauf hin, wie wichtig es ist, dass Ehrenamt Freude macht und nicht überfordert. Verlässliche Strukturen müssen vor allem auch durch hauptamtliche Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bereitgestellt werden, die in der kommenden Zeit als Integrationsmanager in der Anschlussunterbringung eingesetzt werden sollen.

Letztlich wünschen sich ehrenamtlich Tätige, so Bernhard Berberich von der Initiative „Hardheim-hilft!“ „einen festen Ansprechpartner in den Rathäusern für Anliegen der Helferkreise“. Die Gemeinden wiederum wollen das freiwillige Engagement weiterhin unterstützen, sind jedoch auch von finanziellen Mitteln abhängig, die der Pakt für Integration mit den Kommunen zwar vorsieht, die jedoch noch nicht ausgeschüttet wurden.
„Was die Integration der Flüchtlinge angeht, so sitzen wir alle in einem Boot“, resümiert Franziska Hahn vom Asylkreis Buchen. Jeannette Bell eröffnete gegen Ende das Austauschforum auch für die Zuhörer der Veranstaltung und lud dazu ein, dass alle an Asylarbeit beteiligten Akteuren – ob haupt- oder ehrenamtlich – im Landkreis auch zukünftig im guten Austausch bleiben. „Wichtig ist, dass wir nicht nur über, sondern vor allem mit den Neubürgern und Neubürgerinnen sprechen“, so Bell. Ein besseres Verständnis füreinander und gute Anregungen voneinander bekommen zu haben, betonten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der als gewinnbringend empfundenen Veranstaltung.
 
Integrationsprojekt "InKA" Die Arbeiten haben gestern begonnen / Ausgestaltung der Räume mit Teppichboden und Vorhängen / Vorstellung beim Sommerfest
Mehrgenerationentreff im Jugendhaus
20. Juni 2017Autor: Ingrid Eirich-Schaab (i.E.)
 
Einrichtung der Gemeinschaftsräume im Hardeimer Jugendhaus im Rahmen des Integrationsprojektes "InKA": Gestern wurden die Teppichböden verlegt. Neue Vorhänge verleihen den Zimmern eine wohnliche Atmosphäre.
© Ingrid Eirich-Schaab
Das Jugendhaus in Hardheim wird neben seiner Funktion als Jugendtreff zu einem Mehrgenerationentreff ausgebaut. Gestern haben hierzu die Einrichtungsarbeiten begonnen.
Hardheim. Als eines von nur 21 Vorhaben bundesweit wird das von Sozialarbeiter Maximilian Behr entwickelte Integrationsprojekt "InKA" (Interkulturelle Kommunikation und Austausch) in Hardheim vom DRK-Bundesverband gefördert. Zu diesem Zweck wird im Jugendhaus in Koexistenz ein allgemeiner Ort der Begegnung etabliert (die FN berichteten).
Integrationsprojekt "InKA"
Das Integrationsprojekt "InKA" soll die interkulturelle Kommunikation und den Austausch fördern. Es richtet sich nicht nur an Asylbewerber, sondern an die gesamte Bevölkerung, egal welcher Altersstufe und welchen Geschlechts.
Der DRK-Bundesverband unterstützt aktuell 21 Vorhaben im gesamten Bundesgebiet finanziell. In Baden-Württemberg sind es gerade mal zwei Projekte: Eines in Mannheim und "InKA" in Hardheim. Letzteres sogar ohne Auflagen.
Durch eine aktivierende Freizeitbeschäftigung sollen das Selbstwertgefühl der Besucher gesteigert und die Kompetenzen des Einzelnen gefördert werden. "In geborgener Atmosphäre wird das Fundament für ein soziales Miteinander gelegt", heißt es in der Beschreibung. Wichtige Bestandteile sind soziales Miteinander, Kontinuität, gegenseitige Wertschätzung und gleichbleibende ehrenamtliche Bezugspersonen. Deshalb sind auch Ehrenamtsorganisationen wie der Verein "Dienst am Nächsten" mit im Boot.
Gefördert wird das Projekt laut Kostenaufstellung der Initiatoren vom DRK-Bundesverband mit 21 387 Euro, die nach Darstellung von Sozialarbeiter Maximilian Behr ausschließlich für Material und den Start, nicht aber für Personalkosten gedacht sind. i.E.
Nach der Planungsphase haben gestern die Handwerker ihre Arbeit aufgenommen. Die FN informierten sich vor Ort im Gespräch mit Maximilian Behr (DRK-Kreisverband Buchen), Schulsozialarbeiter Christian Parth und "Bufdi" (Bundesfreiwilligendienst) Dominik Kisling, der die "Jugendhäusler" mit betreut, über den Stand der Dinge.
Boden und Vorhänge erneuert
Andreas Beuchert und Robert Süssenbach von der Raumausstattungsfirma Beuchert in Hardheim waren gerade dabei, Vorhänge aufzuhängen. Ein neuer Teppichboden ist in den beiden Aufenthaltsräumen des Jugendhauses bereits verlegt. Vor allem der größere Gemeinschaftsraum vermittelt beim Betreten eine helle, freundliche und einladende Atmosphäre. "Es ist wichtig, dass die Räume mehrgenerationsfähig sind", erläuterte Christian Parth das Anliegen.
"Die Einrichtung fehlt noch", fügt Maximilian Behr an. "Aber das ist dann der nächste Schritt." Wert werde bei der Anschaffung des Mobiliars und Inventars vor allem auf dessen Funktionalität gelegt. So ist an stapelbare Tische und Stühle gedacht, um bei Bedarf den Gemeinschaftsraum in einen Treffpunkt für kleinere Gruppen, für Vorträge, Vorführungen, Versammlungen und kreative Kurse umwandeln zu können. Auch die Kücheneinrichtung und die Ausstattung mit einheitlichem Geschirr stehen noch aus. Aber das hat Zeit bis nach dem Sommerfest.
Denn der Mehrgenerationentreff muss auch mit Leben erfüllt werden. Das soll in enger Zusammenarbeit mit dem Verein "Dienst am Nächsten" und dessen engagiertem Vorsitzenden Bernhard Berberich geschehen.
Koexistenz
Parallel dazu bleibt das Jugendhaus in seiner bisherigen Funktion mit dem Jugendtreff freitags von 14 bis 18 Uhr bestehen.
Um die neue Einrichtung in der Bevölkerung bekannt zu machen, gibt es während des Sommerfestes am kommenden Wochenende eine Art "Tag der offenen Tür". Interessenten haben dann Gelegenheit, die neu gestalteten Räumlichkeiten des Jugendhauses in Augenschein zu nehmen.
Dazu gehört auch der modernisierte PC-Raum mit drei Computerarbeitsplätzen. Dieser ist unter Mitwirkung der Gemeinde eingerichtet worden. Deren Hotspot wurde eigens hierfür erweitert. Beim Ausräumen des alten Inventars des Jugendhauses halfen die Jugendlichen eifrig mit und verkauften während des Josefsmarktes die Gegenstände im Rahmen eines Flohmarktes. Dafür erhielten sie im Gegenzug ein Zeitkontingent zum Surfen im Internet.
Geöffnet ist das Jugendhaus während des Sommerfestes am Samstag, 24. Juni, von 18 bis 22 Uhr für interessierte Jugendliche, betreut von Dominik Kisling, sowie am Sonntag von 14 bis 18 Uhr. Während dieser Zeit stellen Maximilian Behr, Bernhard Berberich und Christian Parth die umgestalteten Räume vor. "Außerdem werden wir Ideen sammeln und Anregungen für die künftige Nutzung entgegennehmen", erläutert der Vertreter des DRK-Kreisverbandes Buchen. Es gebe zwar Interessenten, aber noch keine festen Bedarfsanmeldungen. "Die Räume stehen für die gesamte Gemeinde, für Vereine und Gruppen offen und zur Verfügung", betonte Maximilian Behr.
An einem Stand vor dem Jugendhaus wird - wie im vorigen Jahr - während des Sommerfestes über die Flüchtlingsarbeit, Integration und das Integrationsprojekt "InKA" informiert.
© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 20.06.2017
 
Sitzbänke für die Außenanlage fertigen derzeit freiwillige Helfer in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in Hardheim. (Bild: Ingrid Eirich-Schaab)
GU in Hardheim: Aufenthaltsmöglichkeit wird geschaffen
Helfer zimmern eifrig Bänke  
Hardheim. Das vom baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration betriebene Förderprogramm „Gemeinsam in Vielfalt“, für das sich der Helferkreis „Hardheim hilft“ auch vor Ort stark macht, trägt langsam Früchte: Während viele am frühlingshaft-milden Freitagnachmittag in ihr wohlverdientes Wochenende aufbrachen, legte eine Handvoll freiwilliger Helfer auf dem Areal der Gemeinschaftsunterkunft Hand an, um die acht über das Programm geförderten Sitzbänke zu zimmern.  
In der früheren Wartungshalle für amerikanische Militärfahrzeuge wurde fleißig genagelt, geschraubt, gesägt und gebohrt. „Auf Sitzlehnen verzichten wir“, erklärte Florian Pogorzelski, der sich auch als Koordinator der Fahrradwerkstätte engagiert. „Es könnte nämlich passieren, dass sich jemand auf die Lehnen selbst setzt und sie dadurch entweder einknicken oder gar abbrechen!“ Für ihn sowie Ronald Böhrer, Bernhard Berberich und auch Hausmeister Jeremias Obermeier war es eine Selbstverständlichkeit, die Freizeit zu opfern: „Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man nicht nur sprechen, sondern handeln muss. Schließlich ist ‚Gemeinsam in Vielfalt’ keine leere Worthülse!“, betonte Bernhard Berberich.  
Auch Sozialarbeiter Jürgen Graf tauschte die Alltagskleidung gegen die robuste Latzhose und Sicherheitsschuhe ein, packte tatkräftig mit an und freute sich über das Projekt: „Was hier getan wird, kommt allen Generationen zugute.“ Aufgestellt werden die Bänke auf dem früheren Grillplatz der amerikanischen Soldaten. Dort soll eine überdachte Begegnungs- und Aufenthaltsmöglichkeit entstehen. Freiwillige Helfer für weitere Montageeinsätze sind jederzeit willkommen in der GU. Sie sollen sich unter Telefon 06283/6861 melden.  
ad
 
Helferkreis traf sich Vorstellung der Projekte in der Gemeinschaftsunterkunft

Flüchtlingsarbeit geht weiter

31. März 2017
Hardheim.Auch nach der Schließung der Bedarfsorientierten Erstaufnahmestelle (BEA) wird die Flüchtlingsarbeit in der Erftalgemeinde nicht aus den Augen verloren. Das bewies am Dienstag der "runde Tisch" der Ehrenamtlichen im Pfarrheim, den Bernhard Berberich als Vorsitzender des Vereins "Dienst am Nächsten" einleitete.
Nachdem er Bernd Kastner (Süddeutsche Zeitung) begrüßt hatte, der bereits Ende 2015 ein Bild der Lage zeichnete und nun zur "Bestandsaufnahme" nach Hardheim kam, wurden die einzelnen Arbeitskreise beleuchtet.
Es begann Helga Jekosch. Die Handarbeitskurse seien "gut ausgestattet" und fördern produktive Arbeitsergebnisse wie Taschen und Schals zutage.
Auf das Förderprogramm "Gemeinsam in Vielfalt" wies Bernhard Berberich hin: Immer noch ein Thema sei ein Bouleplatz als Stätte des geselligen Miteinanders zwischen Flüchtlingen und Hardheimern, der genau aus diesem Grund auch nicht auf dem Gelände der ehemaligen Nike-Stellung errichtet wird. Gespräche mit der Gemeindeverwaltung ergaben die Möglichkeit, einen solchen Platz auf dem ehemaligen Fahrradübungsplatz an den Sportanlagen zu errichten.
Von "Gemeinsam in Vielfalt" profitiert auch die Fahrradwerkstätte, über die Florian Pogorzelski berichtete. Gemeinhin sei in den letzten Wochen ein Anstieg der Besucher auszumachen. Durch vergleichsweise wenig Bewohner der GU "kann theoretisch jeder, der ein Rad möchte, auch eines erhalten".
Für die Bewohner gedachte Sitzgruppen sind "in der Mache", da das Holz bereits bearbeitet und zur Unterkunft geliefert wurde. Jetzt ginge es nur noch um Montagetermine, für die freiwillige Helfer gesucht werden. Hier betonte Pogorzelski, dass man kein Profi-Heimwerker sein müsse, um zur Hand zu gehen.
Alexandra Graf-Bürschgens informierte über eine Tagung verschiedener Arbeitskreise, die eine bessere Vernetzung der regionalen Arbeitskreise zum Finden konkreter Ideen zum Zweck haben. Angeprangert wurde, dass partiell utopische Anforderungen an die Ehrenamtlichen sowie die Sozialbetreuer gestellt werden. "Auf der anderen Seite haben andere Kommunen ähnliche Probleme wie Hardheim", fügte sie an.
Der Sprachunterricht wurde von Barbara Schell-Alt und Ingrid Menzel angesprochen. Das Angebot für Frauen erreiche im Schnitt sieben Teilnehmerinnen, die vorwiegend aus dem Irak und aus Afghanistan stammen. Nachdem einige Familien aus dem ehemaligen Jugoslawien sich für die freiwillige Rückreise entschieden, habe sich die Gruppenstärke etwas gelockert. Ingrid Menzel betonte die Wichtigkeit eines praxisorientierten Unterrichts: Sie stelle "keinerlei Berührungsängste, aber dafür spürbare Fortschritte" fest.
Seminarleiter Bernhard Grümpel beleuchtete den aus Praktika und Unterricht bestehenden Integrationskurs der Fortbildungszentren der bayrischen Wirtschaft (bfz). Im Auftrag der Agentur für Arbeit durchgeführt, soll er den Asylsuchenden dabei helfen, eigene Lebenswege in Deutschland zu gehen. Ferner ging Grümpel auf die Wichtigkeit qualifizierter Ausbildungsgänge ein und regte Kontakte zu Hardheimer Firmen an.
Bezüglich des Projekts "InkA" (Interkulturelle Kommunikation und Austausch) wurden kleine Projektgruppen angedacht, die Aktionen im Jugendtreff ausloten. ad
 

Flüchtlingsbetreuung: Weitere Mitstreiter werden gesucht / In der alten Realschule soll ein „Treffpunkt Integration“ eingerichtet werden

Hardheimer Helfer arbeiten Hand in Hand

Von unserem Redaktionsmitglied Ingrid Eirich-Schaab
 
Beim Sommerfest wurde vom "Verein Dienst am Nächsten" die Arbeit im Zusammenhang mit der Flüchtlingsbetreuung in Hardheim vorgestellt. Das Bild zeigt hinten in der Mitte den Vorsitzenden Bernhard Berberich.
© Eirich-Schaab
Hardheim. "Flüchtlingshilfe und soziale Dienste benötigen Verstärkung für aktuelle und geplante Aufgaben": Unter diesem, Motto warb der Verein "Dienst am Nächsten" in Hardheim an einem Stand beim Sommerfest um neue Mitstreiter. "Gemeinsam helfen" lautet die Devise der Initiative "Hardheim hilft" (Bedarfsorientierte Erstaufnahmestelle BEA) und der ehrenamtlichen Helfer unter der Regie des Vereins "Dienst am Nächsten" in der Gemeinschaftsunterkunft (GU).
 
 
Ziel ist eine möglichst schnelle Integration der Flüchtlinge. Um auch die Hardheimer über sich und ihr Land zu informieren, beteiligten sich Asylbewerber an dem Stand, sprachen freundlich die Vorbeigehenden an, versuchten, ins Gespräch zu kommen, und reichten als nette Geste Kuchenspezialitäten aus ihren Heimatländern.

Helfende Hände

 
Der Verein "Dienst am Nächsten" stellte die gemeinsame soziale, ehrenamtliche Arbeit für Hilfsbedürftige, Kranke, Flüchtlinge, Senioren und Alleinstehende vor. Das "Orga-Team" von "Hardheim hilft" und der Verein "Dienst am Nächsten" haben gemeinsam einen Flyer herausgegeben. Ihr inhaltlich ähnliches, etwas anders dargestellte Symbol: "Helfende Hände".
Vorgestellt werden zunächst die Ansprechpartner beider Helfergruppen mit Anschrift und Telefonnummern. Als aktuelle Aktivitäten in BEA und GU sind genannt:
"Verein Dienst am Nächsten": Fahrradwerkstatt, Deutschunterricht, Hausaufgabenbetreuung, Willkommensgruppe, Ortsbegehungen, Café Connect in der GU und Ausflüge.
"Hardheim hilft: Kleiderkammer, Sprachbildung, Kinderbetreuung, Handarbeiten, Musizieren, Kochen, Sport und Spielzeit für Erwachsene.
"Unser Handwerkszeug heißt Nächstenliebe, Moral, Hilfs-, Einsatzbereitschaft und Organisationstalent", so Bernhard Berberich, Vorsitzender des Vereins "Dienst am Nächsten" im Gespräch mit den FN.
Wer helfen möchte, bekommt selbst Unterstützung. Und zwar von erfahrenen Teamleitern, durch Verein und Spezialisten sowie andere Helfer. In der Flüchtlingsbetreuung tätige ehrenamtliche Helfer sind haftpflicht- und unfallversichert. Sie können kostenlos an Seminaren und Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen. Vereinsmitglieder genießen darüber hinaus einen erweiterten Versicherungsschutz.
Gesucht werden vor allem Helfer in den Bereichen Flüchtlings-Paten, Senioren-Pflege/Betreuung, Fahr- und Besuchsdienste, "Treffpunkt Integration", kulturelle Integrationsprojekte, Hand-Werk-Statt, Behörden- und Arztbegleitung sowie die Betreuung kranker Menschen und jugendlicher Asylbewerber.
"Es gibt derzeit eine Initiative dieser Gruppe, außerhalb der umzäunten Anlagen eine offene Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Hardheimer Bürger in den Räumen in der alten Realschule aufzubauen", ließ Bernhard Berberich wissen. "Der dort vorhandene Jugendraum soll an bestimmten Tagen von der Gemeinde Hardheim für solche Begegnungen zur Verfügung gestellt werden." Dieser "Treffpunkt Integration" soll von einer Leitungsgruppe geführt werden, die im "Verein Dienst am Nächsten" eingebunden ist und sich aus den beiden, bisher in der GU und der BEA aktiven Helfergruppen bildet, so Berberich. "Diese sehr positive Entwicklung begrüße ich sehr, zumal sich durch diese Kooperation neue Wege der Ansprache von sozial engagierten Menschen auftun und neue Ideen, beziehungsweise die Stabilisierung bisheriger Angebote eine Chance bekommen."
Weiterhin werde es in gewisser Regelmäßigkeit einen offenen Treff im Gasthaus "Zum Ochsen" in Hardheim geben, insbesondere für Helfer in der Flüchtlingsarbeit, die sich hier ungezwungen persönlich kennenlernen und austauschen können.
© Fränkische Nachrichten, Freitag, 17.06.2016
 

Treffen der Ehrenamtlichen von BEA und GU in Hardheim: Maßnahme „Perspektive für Flüchtlinge“

Hardheim. Zum offenen Treff der in Hardheim ehrenamtlich engagierten Asylhelfer lud der Verein "Dienst am Nächsten" am Mittwoch in den "Ochsen" ein. In zwangloser Runde fanden sich Kräfte aus BEA und Gemeinschaftsunterkunft ein.
Vorsitzender Bernhard Berberich begrüßte die Anwesenden. Im weiteren Verlauf wurde auf die Rechtslage eingegangen und die Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Behörden auf Kreis- und Landesebene. Dazu zählt auch die spezielle Bildungsberatung für Flüchtlinge mit akademischen Abschlüssen.
Es sei immer wieder zu beobachten, dass Asylbewerber, die mit Antworten auf ihre Fragen nicht zufrieden seien, von einem Berater zum nächsten tingeln - auch wenn sie immer dieselben Dinge gesagt bekämen, hieß es. Das sei nicht der Sinn der Sache, da rechtliche und formelle Anliegen auch vor Ort bei der Sozialbetreuung" - für Hardheim wären dies in der Gemeinschaftsunterkunft Frank Fülbier und Jürgen Graf - geregelt werden können. Für die seit 18. Januar in Hardheim bestehende Maßnahme "Perspektive für Flüchtlinge" des beruflichen Fortbildungszentrums der Bayerischen Wirtschaft (BFZ) sprach Seminarleiter Bernhard Grümpel. Jenes von der Agentur für Arbeit ausgeschriebene Projekt bestünde als zwölfwöchigen Kursen, denen aktuell Flüchtlinge aus Hardheim und Walldürn beiwohnen.
Vier Wochen Sprachunterricht werden von zwei Wochen Arbeitsmarktvorbereitung und einer sechs Wochen andauernden "Kompetenzfeststellung im Echtbetrieb", die inhaltlich einem Praktikum entspricht, vervollständigt.
Grümpel schilderte dabei, "nicht nur Dozent, sondern auch Berater" zu sein. Idealerweise münde die Maßnahme in eine Lehre oder eine Arbeitsstelle, "wobei die meisten Teilnehmer sich lernwillig und interessiert zeigen".
In der Diskussionsrunde drehte sich einiges um die stark zurückgegangene Zahl von in der BEA lebenden Menschen auf etwa 85 (die FN berichteten). Gemeindereferentin Claudia Beger führte an, man sei "am Schwimmen". Unter anderem verfüge man über eine prall gefüllte Kleiderkammer in der BEA. Dem Vorschlag, eine solche auch in der GU einzurichten, setzte Karl Kohout ("Hardheim hilft") fehlende Raumkapazitäten in der ehemaligen Nike-Stellung entgegen.
"Theoretisch spräche mit etwas Goodwill wenig dagegen", erklärte Kohout, doch stünden "behördliche Hürden" einer solchen Ausweitung gegenüber.
Unabhängig davon wird sich der Arbeitskreis "Flüchtlinge und Asyl" im Verein "Dienst am Nächsten" bei Landrat Dr. Brötel und bei Bürgermeister Rohm dafür einsetzen, dass Räume für Begegnungsstätten innerhalb und außerhalb der Unterkünfte gesucht und zur Verfügung gestellt werden, um die Integration zu fördern, sofern ein Bleiberecht in Aussicht gestellt sei. ad
© Fränkische Nachrichten, Freitag, 01.04.2016
 
Vortrag „Emotionen zwischen Hilfsbereitschaft und Vorsicht“ Frau Prof. N.Schirilla Kath. Hochschule in Freiburg

„Eine gewisse Unsicherheit wird nach wie vor bemerkt“

 Hardheim. Die Gesellschaft sitzt zwischen zwei Stühlen: Mancher reicht Asylbewerbern die Hand, für andere regieren Zweifel und Verunsicherung. Über "Emotionen zwischen Hilfsbereitschaft und Vorsicht" klärte am Freitag Prof. Dr. Nausikaa Schirilla (Professorin für Soziale Arbeit, Migration und interkulturelle Kommunikation der katholischen Hochschule Freiburg i.Br.) auf. Sie war auf Einladung des "Vereins Dienst am Nächsten e.V." ins Erftal gekommen.
Zum Einstieg betonte Nicole Wagner, dass man sich "vor Ort an die Lage gewöhnt hat", wenngleich "eine gewisse Unsicherheit" nach wie vor bemerkt werde.

Früher nur ein Randthema

 
Die Referentin leitete rasch zum Thema über: War die Flüchtlingsarbeit "bis 2014 ein Randthema für erfahrene Kräfte mit hohem Maß an Frustrationstoleranz", für das auch zahlreiche Einschränkungen für Schutzsuchende bestanden, änderte sich dies in den vergangenen Monaten abrupt.
Vorteile sah Schirilla wegen des drohenden Fachkräftemangels: "Deutschland braucht die Menschen, zumal die Zuwanderung aus EG-Mitgliedsstaaten nicht ausreicht", merkte sie an. Zudem müsse man die Menschenrechte im Auge haben. Die Genfer Flüchtlingskonvention untersage es, Asylbewerbern an Orte zurück zu schicken, an denen sie nachweislich Gefahren für Leib und Leben ausgesetzt wären. Auch theologisch-humanitäre Gesichtspunkte seien wichtig. Diesbezüglich spielte die Expertin auf die Wichtigkeit von Schutz und Gastfreundschaft für Fremde in Not an. "Allerdings können reiche Länder nicht alle Probleme der Armen lösen", räumte sie ein.

60 Millionen unterwegs

Derzeit seien mehr als 60 Millionen Flüchtlinge auf dem Globus unterwegs; mehrheitlich handele es sich um Syrer. Dabei hätten nur wenige die Bundesrepublik als Ziel im Sinn, "da es 80 Prozent in Umgebungsländer wie den Libanon, die Türkei oder Jordanien zieht".
Zur Flucht tragen neben Kriegszuständen das Fehlen von Lebens- und Arbeitsgrundlagen, schlechte Aussichten auf Bildung oder politische und religiöse Diskrepanzen bei. Statistisch gesehen wurden 2015 hierzulande 477 000 Asylanträge bearbeitet. Wobei das nur die halbe Wahrheit sei: "Insgesamt sind rund 1,1 Millionen Asylbewerber da", erklärte Schrilla.
Deren Löwenanteil hätten bis 2015 Wirtschaftsflüchtlinge aus den Balkanstaaten ausgemacht. Diese wurden aber mittlerweile als "sicher" eingestuft.
Anschaulich beleuchtete die Referentin den Weg der Flüchtlingsaufnahme von der Erstankunft über Rechtsbelehrungen bis zur Verteilung an die Kommunen.
Dabei sei der hohe Verwaltungsaufwand "für beide Seiten zermürbend", wozu auch ein Abbau von Kapazitäten beitrage. Gleichsam prangerte Nausikaa Schirilla das Fehlen einer "interkulturellen Öffnung der Ämter nebst gesonderter Kultur- und Sprachvermittler" an. Dafür lobte sie die Ehrenamtlichen: Ohne die 10,7 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands, die sich in der Flüchtlingshilfe einsetzen, "hätte man den Ansturm in diesem Umfang nie bewältigen können".
Gegen Ende ihres Vortrags ging die Fachfrau auf typische Befürchtungen ein, die deutsche Bürger mit Flüchtlingen verbinden: Neben dem Wertverlust eigener Immobilien bestünden Ängste zu Kriminalitätsproblemen oder dazu, Sport- und Vereinsstätten vorübergehend zu verlieren.
Delikte wie ein Anstieg von Ladendiebstählen, Gruppenbildung an öffentlichen Treffs sowie die Amgst vor sexuellen Übergriffe wurden in diesem Zusammenhang ebenfalls angesprochen.
Dienlich sei es für Deutsche, "eigene Wertegrundlagen abzuklären, um die Situation differenziert und neutral angehen" und Konflikte "entweder auf dem kurzen Dienstweg pragmatisch oder aber juristisch lösen zu können".

Integrationsbereitschaft

Schutzsuchende, die sich akzeptiert fühlen, zeigten eine höhere Integrationsbereitschaft: "Ehrenamtliche halten menschliche Werte und Rechte hoch", bemerkte Schirilla zum Abschluss.
Eine gute Stunde dauerte anschließend die angeregte Diskussion, in deren Verlauf Anliegen der Zuhörer besprochen wurden. ad
© Fränkische Nachrichten, Montag, 15.02.2016
 

FN 4.02.2016

Verein „Dienst am Nächsten“: Vielfältige Hilfsdienste

„Leuchtturmprojekt“ der Caritaskonferenz

Hardheim. Der "Verein Dienst am Nächsten" lud am Sonntag zu einer Winterwanderung nach Höpfingen ein. Bei der Einkehr im "Café Schmitt" berichteten die Leiter der einzelnen Teams den anderen Ehrenamtlichen über ihre Tätigkeiten.
 
Auf großes Interesse stießen die Berichte von Julia Hansmann, Hildegund Berberich und Roland Pietschmann über die Arbeit ehrenamtlicher Vereinsmitglieder in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen Nike-Stellung.

Berichte der einzelnen Gruppen

 
Das "Café Connekt" ist ein Treffpunkt für Flüchtlinge, in dem Gespräche bei gespendetem Gebäck im Vordergrund stehen. In der Gemeinschaftsunterkunft wohnhafte schulpflichtige Kinder werden im Wochenverlauf bei ihren Hausaufgaben betreut.
Sprachbildungskurse und die Einführung in alltägliche Abläufe und Strukturen in Deutschland und Hardheim sowie die Führungen durch die Gemeinde bis hin zu einem Besuch des Erfatalmuseums sind weitere Angebote. Mit Erfolg: Ende 2015 wurde die Flüchtlingsarbeit des "Vereins Dienst am Nächsten" als Leuchtturmprojekt der Caritaskonferenz (Diözese Freiburg) ausgezeichnet und mit einer Spende der Caritas-Stiftung anerkannt.
Über die Pflegedienstgruppen berichteten Hiltrud Löffler, Renate Schmiedl und Hildegard Wanitschek. Oft können sie mit ihrer Arbeit "einen Farbtupfer in den oft trüben oder sorgenvollen Alltag bringen".
Vorsitzender Bernhard Berberich informierte über die neuen Angebote für Senioren und Alleinstehende. Unter dem Motto "Alleinsein war gestern" wird ein monatlicher Treff im Pfarrheim angeboten, bei dem unter Leitung von Barbara Busch kochen, genießen und plaudern im Mittelpunkt stehen. Nächster Termin ist am Freitag, 26. Februar, ab 10.30 Uhr. Anmeldung bei Barbara Busch, Telefon 06283/6700, oder dem Verein Dienst am Nächsten, Telefon 06283/3945777.
Auch die Fortführung des bisherigen Altenwerkes zählt zu kirchlicher Seniorenarbeit. Die Arbeit der Mitglieder der Hospizgruppe und die von Vereinsmitgliedern angebotene Trauerbegleitung waren ebenfalls ein Thema. ad
© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 04.02.2016
 
Helfertreffen: Hohe Fluktuation erschwert die Hilfsangebote
Sprachkurse schlecht besucht
Hardheim. Um die Hilfskräfte zu vernetzen und auf dem Laufenden zu halten, finden regelmäßig Helfertreffen der Ehrenamtlichen in der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber (GU) in Hardheim statt.
Die Helfer trafen sich zuletzt im Pfarrheim. Bernhard Berberich als Vorsitzender des Vereins "Dienst am Nächsten" beschrieb die großen Herausforderungen in der Flüchtlingsarbeit im vergangenen Jahr. Für 2016 äußerte er die Hoffnung, dass es etwas ruhiger werde,
Über die aktuelle Situation in der Unterkunft informierten die Sozialarbeiter Frank Fülbier und Jürgen Graf. Zuletzt seien wieder verstärkt Familien aus Syrien und Afghanistan zugewiesen worden, während Asylbewerber aus den als sichere Herkunftsländer eingestuften Balkanstaaten oft die freiwillige Rückreise antreten.
Einen "eher schwachen Besuch" attestierte Frank Fülbier den Sprachförderungskursen, was Roland Pietschmann bestätigte. Jürgen Graf wies darauf hin, dass die permanent hohe Fluktuation in der ehemaligen Nike-Stellung die Hilfsangebote erschwere.
Auf das als Begegnungsstätte gedachte "Café Connekt" kam Julia Hansmann zu sprechen. Im Großen und Ganzen "läuft es prima", wobei zu beklagen sei, dass nur sehr wenige Frauen diese Möglichkeit des Austauschs nutzen würden. Dies könne man auf parallel laufende Sprachkurse zurückführen - Terminverlegungen wären möglich.
Über die "Begrüßungs- und Orientierungstouren in Hardheim" informierte Hildegund Berberich. Der bisher gute Verlauf zeige das rege Interesse der Asylbewerber. Zwischenzeitlich habe es für sie auch eine Führung im Erfatal-Museum gegeben.
Auch die von Gabriele Fleischer vorgestellte Hausaufgabenbetreuung erfreut sich einer guten Akzeptanz. Die situationsgebundene Kooperation mit dem Walter-Hohmann-Schulzentrum verlaufe gut, wie Fleischer anfügte.
In der Fahrradwerkstatt gehe es im Winter ruhiger zu. Doch habe man zwischenzeitlich neue Werkbänke organisiert, so Florian Pogorzelski. "Wir bereiten uns auf den zu erwartenden Ansturm in den kommenden Monaten vor". ad
© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 20.01.2016
 
Integration braucht einen langen Atem
Helferkreis „Hardheim hilft“ traf sich – Verkehrssicherheitstraining für Flüchtlinge geplant
Hardheim. (adb) Nach der Stilllegung der Aufnahmeeinrichtung des Landes in der Carl-Schurz-Kaserne (BEA) zum 30. September stehen die im bisherigen Helferkreis „Hardheim hilft“ organisierten Flüchtlingshelfer vor einer neuen Situation. Beim letzten „Offenen Helfertreff“ am Dienstag wurde über laufende und angedachte Projekte gesprochen
Im Pfarrheim begrüßte Bernhard Berberich als Vorsitzender des Vereins „Dienst am Nächsten e.V.“ und leitete über zu Isabel Schnetz, die sich in ihrer Funktion der Flüchtlingsbeauftragten des Landratsamts Neckar-Odenwald-Kreis vorstellte. Sie ist Ansprechpartnerin für alle Ehrenamtlichen und deren Anliegen, doch ginge es ihr auch darum, „die Bedürfnisse der Asylbewerber zu erhören“. In diesem Sinne ermutigte sie die Hardheimer dazu, ihre Dienste bei Bedarf gern in Anspruch zu nehmen. Weiterhin verwies Schnetz auf die „Flinc“-Mitfahrzentrale mit der Bitte, ob der nicht immer ganz befriedigenden Infrastruktur an Fahrgemeinschaften auch mit Flüchtlingen zu denken.
Über das Projekt „Gemeinsam in Vielfalt“ habe man, wie Bernhard Berberich bekannt gab, eine Spendensumme in Höhe von 1400 Euro bewilligt bekommen. Hiervon seien die Errichtung einer neuen Begegnungsstätte auf dem Areal der Gemeinschaftsunterkunft sowie der Kauf von weiterem Zubehör für die Fahrradwerkstatt angedacht. Berberich appellierte an Freiwillige und merkte an, dass man „kein Profi-Handwerker sein muss, um hier zur Hand zu gehen“.
Beim Austausch regte Sieglinde Böhrer zur besseren Integration eine Kontaktplattform an, um den Hardheimern gewisse „Hemmschwellen“ im Umgang mit Asylbewerbern zu nehmen, während sich Christian Parth auf das Thema „Extremismus“ berief: Man müsse darüber sprechen, solle aber nicht außer Acht lassen, „damit die Menschen zu verunsichern und Angst zu schüren“. Angedacht sei nach wie vor ein Verkehrssicherheitstraining, um dem mitunter etwas aggressive Fahrverhalten von Flüchtlingen im Straßenverkehr entgegen zu wirken.
Roland Pietschmann lobte zwar die Qualität der Angebote, berief sich als langjährig engagierter Ehrenamtlicher aber auch darauf, „dass einmaliges Kommen nicht auch einen zweiten Besuch bedeutet“ und Integration „nicht einfach ist“. Die Hausaufgabenbetreuung laufe nach den Erklärungen von Jürgen Graf und Hildegund Berberich „durchaus gut“, doch weitere Kräfte seien immer gern gesehen. „Wer ein Kind durch die Schule gebracht hat, der kann auch das“, erklärte Berberich.
Info: Wer sich in der Flüchtlingsarbeit oder in der Hausaufgabenbetreuung engagieren möchte, meldet sich bei Jürgen Graf (Tel. 06283/6861).
Nordbadische Nachrichten vom Montag, 31. Oktober 2016, Seite 7 (1 View)