Musikalische Leckerbissen präsentiert
13. November 2019 Autor: Elmar Zegewitz Presseartikel in den Fränkische Nachrichten

In der Pfarrkirche St. Alban Patrick Gläser begeisterte mit „Orgel rockt“ / Beliebte Rock- und Poptitel sowie mitreißende Filmmusik auf der Vleugels-Orgel zu Gehör gebracht. Mehr als 450 Besucher genossen am Sonntagabend das Konzert in der voll besetzten Pfarrkirche St. Alban in Hardheim.
Organist Patrick Gläser aus Öhringen brachte auf der Vleugels-Orgel mit langanhaltendem Beifall gefeierte Adaptionen beliebter Rock- und Poptitel sowie mitreißender Filmmusik zu Gehör. Das Motto seines Orgelimprovisationskonzerts: „Orgel rockt – Tour 5“. Dabei verzichtete der Organist auf jegliche schriftlich fixierte Noten.
Informativ und unterhaltsam
Doch damit nicht genug: Er wartete zudem mit wissenswerten Erläuterungen und aufschlussreichen Informationen zum Orgelspiel und zur Orgel als Instrument auf – und war gleichzeitig geistreicher Moderator und Conférencier. So bekamen die begeisterten Besucher sowohl einen genussreichen, informativen und unterhaltsamen Abend geboten.
„Ich bin beeindruckt“, bekundete Bernhard Berberich als Sprecher des Freundeskreises „Erftaldomorgel“ angesichts des 50-Jahr-Jubiläums der Vleugels-Orgel in der Pfarrkirche St. Alban seine Überraschung und Freude über die vielen Orgelfreunde aus nah und fern. Er freute sich, den Besuchern mit dem von Patrick Gläser konzipierten Konzert „Orgel rockt – Tour 5“ und den improvisierten Arrangements ohne Noten einen Leckerbissen besonderer Art ankündigen zu können.
Der Organist empfahl in Anbetracht des Programmtitels zu beachten, dass nicht die Orgel rockt, sondern derjenige, der davor sitzt. „Rock und Pop geht nicht auf der Orgel.“ Das habe er immer wieder gehört – und sich entschieden: „Ich mach’ es trotzdem.“ Die stetig steigenden Besucherzahlen bei seinen Konzerten bestätigen ihn dabei.
Unter dem Motto „Sagt es allen weiter“ regte er die Besucher in Hardheim an, ihn weitere gefragte Titel aus den Bereichen Rock und Pop zur Berücksichtigung bei seinen künftigen Touren wissen zu lassen.
Zum Nachdenken anregen
Mit seinen sagenhaften Interpretationen und Adaptionen der gemäß dem Wunsch von Musikfreunden berücksichtigten Originalwerke und Melodien, die als solche unschwer zu erkennen waren, animierte er die Zuhörer immer wieder zu frenetischem Beifall. Darüber hinaus war es ihm ein Anliegen, sich auch mit dem tieferen Gehalt und den über die Musik hinausgehenden Inhalten auseinanderzusetzen und die Zuhörer zum Nachdenken anzuregen.
Das war gleich zu Anfang der Fall, nach den wunderbaren und wohltuenden Orgelklängen des „Conquest of Paradise“ (Vangelis), bei „Viva la vida“ mit der musikalischen Empfehlung, das Leben auch wirklich zu leben, und bei „Shout“ mit der Aufforderung, Dinge nur überlegt zu tun – und im Bemühen um Frieden auf die Straße zu gehen.
Auch zu dem erfolgreichen und besonders akzentuiert gespielten „All you need is love“ der Beatles mit der aufrüttelnden Einstimmung stellte Gläser seine Betrachtungen an und betonte mit seiner ansprechenden Orgelimprovisation den großen Wert des Friedens.
Neue Wege
Mit seiner begeisternden Interpretation von „Fantasy“ verband der Organist die Empfehlung der Suche nach neuen Wegen. Und den Haupttitel von „Game of Thrones“ vermochte er akzentuiert und durch und durch pointiert zu präsentieren. Dabei gab es für die Zuhörer ebenso „etwas auf die Ohren“ wie beim Erfolgstitel „Summer of 69“ von Bryan Adams , dessen Rhythmus und überwältigender Sound die Zuhörer mitriss.
Ein weiterer Erfolgstitel war dank Gläsers souveränem Orgelspiel das Ruhe und Innigkeit ausstrahlende und liebenswerte „Sailing“. Es folgten „Mary did you know“ und „Kinderlied“ – mit Gläsers damit verbundenen Gedanken um die Situation von Kindern. Zu hören waren aber auch das eingängige „Aquarius“ aus dem Musical „Hair“, „You’ll never walk alone“ sowie „Nothing else matters“.
„Ich verabschiede mich mit „Bohemian rhapsody“ von Freddy Mercury, hatte Patrick Gläser zwar gedacht, die er nach aparter Einstimmung mit glanzvollen Einfällen klangvoll und in fantastischer Form, mitreißend und akzentuiert gestaltete. Die Besucher waren begeistert – und zu minutenlangem Beifall und Standing Ovations animiert.
Mit Zugaben begeistert
Dies hatte für sie die erfreuliche Tatsache zur Folge, dass Patrick Gläser mit „He’s a pirate“, dem aussagestarken „Skyfall“ aus dem James Bond-Film, und schließlich mit der musikalisch kontrastreichen Ballade „Music“ von John Miles drei begeistert aufgenommene Zugaben gewährte.
© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 13.11.2019

