
Hardheim.Ungewohnte Orgelklänge drangen am Sonntagabend durch die dicken Gemäuer des Erftaldoms in Hardheim und die spärliche Beleuchtung hinter den großen Mosaikfenstern machte zudem manchen Abendspaziergänger neugierig auf das, was sich dahinter abspielte.
Mit Johannes Mayr konnte man einen namhaften und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Kirchenmusiker gewinnen, der auf der Vleugels-Orgel ein ungewöhnliches Konzert gab und im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Große Orgelkonzerte im Erftaldom" die Filmmusik zu dem Stummfilm "Der müde Tod" des Filmpioniers Fritz Lang aufführte, der gleichzeitig auf der Großbildleinwand projiziert wurde. Ungewohnte Stille herrschte dann auch unter den Zuhörern im Erftaldom als der Kirchenmusiker sein Konzert ankündigte, seinen Platz auf dem Orgelbock einnahm und die Lichter im weiten rund der Kirche verloschen. "Der müde Tod", ein Stummfilm aus dem Jahre 1921, beschreibt die Geschichte ein jungen Mädchens, das von dem Tod das Leben ihres Geliebten zurück fordert. Sie wird schließlich in eine Halle geführt, in der die Lebenslichter aller Menschen brennen, flackern und letztlich verlöschen wenn ihre Stunde gekommen ist.
Drei Kerzen davon sind bereits tief heruntergebrannt und der Tod verspricht dem Mädchen, ihr dann den Liebsten wieder zu geben, wenn es ihr gelingt, nur eine der drei Kerzen vor dem Verlöschen zu bewahren.
In der visionären Episoden lässt sie der Tod das Schicksal ihrer Liebe erleben: in Bagdad als chwester des Kalifen, im venezianischen Karneval als Gehilfin des chinesischen Hofmagiers. Seines Sieges müde möchte der Tod dem Mädchen noch eine Chance geben und fordert aber gleichzeitig ein anderes Leben für das des Geliebten.
Das Mädchen versucht daraufhin Alte, Elende und Kranke zu überreden, aber keiner will ihr sein noch so erbärmliches Leben schenken. Erst als sie sich selbst opfert und ein Kind aus den Flammen rettet, wird sie im Tod mit ihrem Geliebten wieder vereint.
Nahezu eineinhalb Stunden waren die Zuhörer, angetan von der Orgelmusik, in eine Welt des Films eingebunden, die man heute kaum noch kennt. Die auf das notwendigste reduzierten Texteinblendungen zum Filmgeschehen bauten einen großen Spannungsbogen auf und der Zuseher wird förmlich hineingezogen in die Dramaturgie des Filmes. Das "Orgel-Kino", ein extremer Kontrast zu der heutigen eher schrillen und effektorientierten Filmlandschaft, wurde in der Orgelbegleitung von Johannes Mayr zu einem großen Film- und Klangerlebnis wurde.
Mit "standing ovations" wurde der Kirchenmusiker für sein außergewöhnliches Konzert bedacht, ehe auch die letzten Lichter im Dom erloschen. k.n.
© Fränkische Nachrichten - 02.11.2004
Mit Johannes Mayr konnte man einen namhaften und mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Kirchenmusiker gewinnen, der auf der Vleugels-Orgel ein ungewöhnliches Konzert gab und im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Große Orgelkonzerte im Erftaldom" die Filmmusik zu dem Stummfilm "Der müde Tod" des Filmpioniers Fritz Lang aufführte, der gleichzeitig auf der Großbildleinwand projiziert wurde. Ungewohnte Stille herrschte dann auch unter den Zuhörern im Erftaldom als der Kirchenmusiker sein Konzert ankündigte, seinen Platz auf dem Orgelbock einnahm und die Lichter im weiten rund der Kirche verloschen. "Der müde Tod", ein Stummfilm aus dem Jahre 1921, beschreibt die Geschichte ein jungen Mädchens, das von dem Tod das Leben ihres Geliebten zurück fordert. Sie wird schließlich in eine Halle geführt, in der die Lebenslichter aller Menschen brennen, flackern und letztlich verlöschen wenn ihre Stunde gekommen ist.
Drei Kerzen davon sind bereits tief heruntergebrannt und der Tod verspricht dem Mädchen, ihr dann den Liebsten wieder zu geben, wenn es ihr gelingt, nur eine der drei Kerzen vor dem Verlöschen zu bewahren.
In der visionären Episoden lässt sie der Tod das Schicksal ihrer Liebe erleben: in Bagdad als chwester des Kalifen, im venezianischen Karneval als Gehilfin des chinesischen Hofmagiers. Seines Sieges müde möchte der Tod dem Mädchen noch eine Chance geben und fordert aber gleichzeitig ein anderes Leben für das des Geliebten.
Das Mädchen versucht daraufhin Alte, Elende und Kranke zu überreden, aber keiner will ihr sein noch so erbärmliches Leben schenken. Erst als sie sich selbst opfert und ein Kind aus den Flammen rettet, wird sie im Tod mit ihrem Geliebten wieder vereint.
Nahezu eineinhalb Stunden waren die Zuhörer, angetan von der Orgelmusik, in eine Welt des Films eingebunden, die man heute kaum noch kennt. Die auf das notwendigste reduzierten Texteinblendungen zum Filmgeschehen bauten einen großen Spannungsbogen auf und der Zuseher wird förmlich hineingezogen in die Dramaturgie des Filmes. Das "Orgel-Kino", ein extremer Kontrast zu der heutigen eher schrillen und effektorientierten Filmlandschaft, wurde in der Orgelbegleitung von Johannes Mayr zu einem großen Film- und Klangerlebnis wurde.
Mit "standing ovations" wurde der Kirchenmusiker für sein außergewöhnliches Konzert bedacht, ehe auch die letzten Lichter im Dom erloschen. k.n.
© Fränkische Nachrichten - 02.11.2004
