Paolo Oreni aus Mailand zu Gast in Hardheim

 Paolo Orenis Konzert im Erftaldom war ein musikalisches Highlight

Ob die Toccata und Fuge in F Dur von Bach, das Concerto in D Dur von Vivaldi in einer Bearbeitung von Bach, die 3 Sonaten von Scarlatti in einer Bearbeitung von P. Oreni oder der Liszt’sche Prometheus bearbeitet von Jean Guillou, der junge italienische Organist Paolo Oreni spielte alles auswendig. Die Zuhörer konnten sein außergewöhnliches Können auf einer Großleinwand auch optisch verfolgen. Keine Noten waren auf dem Notenpult zu sehen.

Er verstand es, die große Vleugels-Orgel im Erftaldom in Hardheim in all ihren Klangfacetten ertönen zu lassen. Von den feinsten Flötentönen in den 1-Fuß-Registern bis zum donnernden 32-Fuß im Pedal reizte der Künstler alle Möglichkeiten der drei Manuale und 48 Register aus. Bei der Improvisation  verstand er es, die Orgel in einem ekstatischen Rausch zu entfesseln.

Die Live-Bildübertragung vom Spieltisch auf eine Leinwand lieferte ein großartiges Erlebnis ohnegleichen. Fast vergaß man die Musik, während man aus dem Staunen über die Fingerfertigkeit des Organisten, besonders aber über seine Pedalkunst nicht herauskam. Die Läufe und Glissandi: die pure Fußakrobatik. 

In einen wahren Taumel der Improvisationslust und Virtuosität stürzte sich Oreni mit seinen Improvisationen zu den Zuhörerwünschen. Da verwandelte sich das Geburtstagständchen für H. H. Dekan Vollmert, vermischt mit der kleinen Nachtmusik von Mozart, in ein wahres Klangerlebnis. Bei der Zugabe improvisierte er u. a. die deutsche Nationalhymne vermischt mit der kleinen Nachtmusik und „Großer Gott wir loben dich“ in einer einzigartiger Hörerfahrung.

Es war faszinierend, wie der Künstler mit einer scheinbaren Leichtigkeit der Orgel wundervolle Klänge entlockte.  Keine der Orgelpfeifen verpasste in diesem Konzert ihren Auftritt. Auch alle „Spielereien“ wie Nachtigall,  Zimbelstern, Regenmaschine und Donner hatten ihre gebührende Rolle.

Mit frenetischem Applaus bedanke sich das zahlreiche Publikum für dieses musikalische Geschenk bei dem begnadeten Musiker, insbesondere für seine Darbietung auf höchstem Niveau. Paolo Oreni ließ es sich nicht nehmen, auch den Orgelbaumeistern Vleugels, die in 3 Generationen anwesend waren, zu diesem fantastischen Instrument zu gratulieren.

Herr Bürgermeister Rohm bat diesen außergewöhnlichen Künstler aus Mailand nach dem Konzert ins Rathaus, um sich bei einem kleinen Empfang im Goldenen Buch der Gemeinde einzutragen.

 

Quelle: Vleugels