Orgelkonzert: Ein Unvergessliches Gesamtkunstwerk

Quelle: Foto: Rottmann
Organist Peter Rottmann führte mit seiner Musik das Publikum durch drei Jahrhunderte Orgelmusik: Über Coubertin und Bach erreichte er das 19. und 20. Jahrhundert mit Werken von Theodore Dubois, César Franck, Olivier Messiaen, Edvard Elgar, Jones, Salome und Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Mal erklang die Vleugels-Orgel kraftvoll und mächtig, mal zart und spielerisch. Die Harmonien waren dramatisch, schwer, dann wieder hell und leicht. Den akustischen Wechsel der Gefühle und Stimmungen setzte Thomas Leonard gekonnt in visuelle Effekte um. Ausgehend von einem Lichtschimmer im Tabernakel breitete sich mit den Orgelklängen das Licht wie ein Meer im Altarraum aus.
Dann wieder setzte der Künstler Säulen und Altarraum schlagartig ins Licht, wenn die Musik einen kräftigen oder fanfarenhaften Charakter annahm.
Das optisch-visuelle Kunstwerk ergänzte der Hardheimer Gemeindepfarrer Franz Lang mit religiösen Texten des seliggesprochenen Liborius Wagner, der im 17. Jahrhundert ein Jahr lang in Hardheim als Kaplan gewirkt hatte.

Quelle: Bild: Rottmann
Leonard und Rottmann bereiteten sich bereits am Samstag auf das Konzert vor. Peter Rottmann machte sich mit dem Klang und Volumen der Orgel vertraut, Leonard installierte die Lichttechnik. Während Rottmann am Abend Hardheim verließ, arbeitete Leonard die Nacht durch. Bis Sonntagmorgen um halb sechs montierte, probierte und installierte er. Die Lichteffekte steuerte er am Abend von der Empore aus mit einem Lichtpult. "Ich kenne die Musik und die Komponisten", erläutert er. Deshalb musste er sich vor dem Konzert nur grob mit dem Organisten absprechen. Regionalkantor Peter Rottmann aus Bad Kissingen studierte an der Musikhochschule des Saarlandes in Saarbrücken Kirchenmusik, Musikerziehung sowie das Konzertfach Orgel. Seit 1988 ist er Regionalkantor im bischöflichen Ordinariat in Würzburg. Rottmann und Leonard arbeiten schon seit einiger Zeit zusammen. Darüber hinaus hat Leonard ähnliche Konzerte mit drei weiteren Organisten gestaltet.
Von unserem Mitarbeiter Martin Bernhard
Fränkische Nachrichten
13. Oktober 2010
