Hardheimer Vleugels-Orgel ist für das Jubiläum gerüstet
Spendenübergabe 1500 Euro vom Verein zur Renovierung des Erftaldoms / Stephanie Heiden brachte ihre Fachkenntnisse ein
07. Juni 2018Autor: ad

Die Hardheiimer Vleugels-Orgel wurde fit gemacht für das Jubiläum 2019. Das Foto zeigt (von links) Hans-Georg Vleugels, Stephanie Heiden, Bernhard Berberich, Günther Fürst und Johannes Beger (Verein zur Renovierung des Erftaldoms).
© Adrian Brosch
Anzeige
Hardheim.Bei allen technischen Gegenständen ist Verschleiß ein Thema. So war auch die Zeit auch an der Vleugels-Orgel in der Pfarrkirche St. Alban nicht spurlos vorübergegangen: Die Führungsstifte der Tasten schlugen aneinander und erschwerten das Orgelspiel.
Im Hinblick auf zwei Jubiläen – die Einweihung der Vleugels-Orgel jährt sich 2019 zum 50. Mal, während der Erftaldom 125 Jahre alt ist – ordnete die Mitgliederversammlung des Vereins zur Renovierung des Erftaldoms an, dass der Verein die Kosten für Material und Technik zur Erneuerung der Garnierung der Manualklaviaturen über 1500 Euro tragen wird.

Spieltisch der Vleugels-Orgel bei der Neugarnierung der Manualklaviatur (Bild Stephanie Heiden)
Säuberung und ErgänzungenUm im Zusammenhang mit dieser nötigen Reparatur keine zusätzlichen Kosten für die Seelsorgeeinheit entstehen zu lassen, bat Organistin und Orgelbauerin Stephanie Heiden ihre handwerklichen Fähigkeiten an, um die Arbeiten unentgeltlich in ihrer Freizeit auszuführen. Im Zuge dieser Arbeiten stand die Säuberung des 2000 eingebauten Spieltischs auf dem Plan, während die Führung mit einer speziellen Kerntucheinlage zur Stabilisierung ergänzt wurde. Wie Bernhard Berberich als stellvertretender Vorsitzender Verein zur Renovierung des Erftaldoms gestern Vormittag betonte, wendete sie 22 Stunden auf. „Gerade im Hinblick auf die rege Nutzung unserer Orgel durch Konzertorganisten oder die Musikschule war diese Reparatur sehr wichtig“, merkte Berberich an.
Orgelbauermeister Hans-Georg Vleugels erinnerte daran, dass die 1968 durch seinen Vater Hans Theodor Vleugels errichtete „Königin der Instrumente“ ursprünglich zwei Manuale und 30 Register umfasste. Zwar sei damals schon geplant worden, das Instrument durch ein drittes Manual in Form eines „Rückpositivs“ zu erweitern, was jedoch erst Ende der 90er-Jahre geschah.
„Man verzichtete auf das Rückpositiv, um stattdessen eine neue Trennwand in Richtung des Kirchturms zu ziehen und ein großes Schwellwerk zu bauen“, erklärte Vleugels und würdigte den „tollen Einsatz“ von Stephanie Heiden, die ihre persönliche Kompetenz als gelernte Orgelbauerin in die Tat umsetzte und damit einen dankenswerten Beitrag zum Jubiläum der Vleugels-Orgel im Erftaldom leistete, ehe ihr Bernhard Berberich und Günther Fürst eine Urkunde und ein Präsent überreichten. Das 50-jährige Bestehen der Vleugels-Orgel in St. Alban wird im Jahr 2019 mit drei Konzerten von Daniel Gárdonyi (Uraufführung der Komposition von Professor Zsolt Gárdonyi) am 10. Februar, Denny Wilke am 14. Juli sowie Patrick Gläser („Die Orgel rockt“) am 10. November gefeiert. ad
© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 07.06.2018
