Baubeschreibung

 

Der Außenbau

Die Hardheimer Pfarrkirche nimmt durch ihre Lage auf einer plateauartigen Erhebung eine topographisch hervorgehobene Stellung in der Ortschaft ein. An das Langhaus der Kirche, bestehend aus einem hohen Mittelschiff, deutlich niedrigeren Seitenschiffen mit Apsiden sowie einem Querhaus, schließt im Osten der polygonal geschlossene Chor an. An seiner Südseite ist die Sakristei als selbstständiger Bau angefügt. Der leicht vorgesetzte Turm und die Westfront des basilikalen Langhaus bilden die Hauptschauseite der Kirche. Die Einturmfassade wird durch die dem Anstieg angepasste Freitreppe in ihrer Monumentalität gesteigert sowie durch die Figuren der Heiligen Kilian und Bonifatius, der beiden wichtigsten Glaubensboten in Franken, an den Seitenschiffen und der Figur des Kirchenpatrons Sankt Alban an der Treppe bereichert. Das Turmuntergeschoss mit dem durch Säulen und Ornamentik reich gegliederten Hauptportal reicht bis etwa zum First des Mittelschiffdaches und ist als Vierkant ausgebildet. Sein Zierfeld mit Derierarkade und Fensterrose leitet mit dem mit Rundbogenfries verzierten Giebel und den an die Kanten gesetzten Rundtürmchen zum oberen Turmgeschoss über, das mit einer spitzen Turmhaube abschließt . Durch die farblich abgesetzten Strebepfeiler an den Seitenschiffen  sowie in ihrer Fortsetzung am Mittelschiff werden einzelne Wandfelder geschaffen, in welche die Rundbogenfenster eingeschnitten sind. Diese Gliederung wiederholt sich am Chor, der durch seine größeren Fensteröffnungen, die Blendarkaden und die mehrfach abgestuften und übereck gestellten Strebepfeiler vergleichsweise reicher gestaltet ist. Die Querhausarme, an den Kanten mit Strebepfeilern verfestigt, treten leicht über die Seitenschiffe hervor. Ihre Stirnseiten bilden mit den Rundbogenportalen, den gestaffelten Dreifenstern und dem mit Rundbogenfries belegten Giebel eigene Fassaden aus.
In der Chormauer sind Grabsteine aus verschiedenen Jahrhunderten eingesetzt, die aus dem Vorgängerbau stammen.  Besonders zu erwähnen ist die Grabplatte von Hans Birnesser und seiner Frau Elisabeth (gest. 1447 und 1456), darüber ist der ebenfalls vom Vorgängerbau stammende Grundstein aus dem Jahre 1438 erhalten. Weiter zu sehen sind die unverzierte Grabplatte der 1658 gestorbenen "Frau Maria Kaltschmidtin" sowie die des Adamus Ernestus von Halbritter auf Ritterburg aus dem Jahre 1734.
Links des südlichen Querhausarms ist das sogenannte Missionskreuz, ein Steinkreuz aus dem Jahre 1695 erhalten. Es wurde 1982 restauriert und der Korpus durch eine Kopie ersetzt. Das Original befindet sich im Vorraum im Turmuntergeschoss.
 
 
 
 

Der Innenraum

Drei räumlich getrennte Einheiten bilden kleine Vorräume, die vom Hauptportal und den Seiteneingängen im  Turmgeschoss in das Innere der Kirche führen. Die mittlere leitet in eine überwölbte polygonale Vorhalle, die sich mit einer Arkadenstellung zum Mittelschiff öffnet und im Obergeschoss als Empore ausgebildet ist. Die innere Einteilung des Langhauses ist im Travéesystem mit vier Rechteckjochen im Mittelschiff und den dazugehörigen quadratischen Seitenschiffsjochen angelegt. Daran schließt eine ausgeschiedene Vierung an, welche den quadratischen Raumteil bezeichnet, der durch die Durchbringung von Lang- und Querhaus bei gleicher Höhe entsteht und durch Vierungsbögen auf Vierungspfeilern gegen Langhaus, Querhausarme und Chor abgegrenzt wird. Das Chorjoch, das seitlich von den über die Querhausarme hinausreichenden Verlängerungen der Seitenschiffe flankiert wird, schließt mit einer polygonal gebrochenen Apsis ab.
Der Wandaufbau des Langhauses ist dreigeschossig und besteht aus Scheidarkaden, deren Bögen über Pfeiler mit Würfelkapitellen ansetzen, Blendtriforium und Obergaden. Die auf den Kapitellen der Scheidarkaden beginnenden Halbrunddienste tragen die jochtrennenden Gurtbögen, die flankierenden Dienstsäulchen, die unterhalb des Blendtriforiums ansetzen, nehmen die Gurte der Schildbögen auf. Schlichter im Wandaufbau ist die Chorapsis. Den mit großen Rundfenstern versehenen Wänden sind Halbrunddienste vorgelegt. Sie dienen als Auflager für die Rippen der Schirmkalotte, auf welche im Chorschluss der Akzent gelegt ist.
 
 
 
 

Chorraum

Der frei in der Chorapsis aufgestellt Hochaltar besteht aus einem Unterbau mit drei Reliefs und einer Mensa. Die Reliefs zeigen (von links nach rechts): Die Opferung Isaaks, das Opfer Abels, das Opfer des Melchisedek. Das mit Maßwerkzier versehene Retabel besitzt einen erhöhten Mittelteil, der in der unteren Zone den Tabernakel, in der darüberliegende Nische das Altarkreuz beinhaltet. In den niedrigen Seitenteilen sind Reliefs, links Christus am Ölberg und rechts das letzte Abendmahl, dargestellt. Über dem Altar erhebt sich ein auf vier Säulen ruhender quadratischer Altarüberbau in Form eines Baldachins, der von einer achtseitigen Beachtung bekrönt wird. Der Ziboriumaltar der Hardheimer Pfarrkirche nimmt einen bereits in vorromanischer Zeit vorhanden und vor allem in Italien verbreiteten Typus wieder auf und ist in die Formensprache des 19. Jahrhunderts übersetzt. Der Chor als liturgisches Zentrum wird durch den Altaraufbau, der als selbstständiges architektonisches Gebilde in die Apsis, als Architektur in der Architektur, eingestellt ist, auch zum gestalterischen Höhepunkt des Innenraums gesteigert.
Der Apsisstirnbogen, der sogenannte Apostelbogen, stellt nicht nur die Verbindung zwischen Chorhaus und Apsis dar, sondern dient als Rahmung des Ziboriumaltares. Die 1993 nach Befund rekonstruierten, ganzfigurigen Darstellungen der Apostel mit ihren Attributen, gehen wie die in der Kalotte dargestellten, ganzfigurigen Engel auf die Anfang des 20. Jahrhunderts bereits vorhandenen Malereien Augustin Kolbs zurück.
Die fünf farbigen Glasfenster im Chorschluss stammen aus dem Jahre 1894. Sie zeigen im mittleren Fenster, umgeben von den Evangelistensymbolen, einen Gnadenstuhl, das heißt die Darstellung der Trinität mit Gottvater und und dem gekreuzigten Sohn, über dem die Heilige-Geisttaube schwebt. Die übrigen vier Fenster im Chor zeigen die vier lateinischen Kirchenväter, links des Mittelfensters Hieronymus mit dem Löwen und Augustinus mit dem Adler, auf der rechten Seite Gregor der Große mit der Taube und Ambrosius mit dem Bienenstock.
 
 
 
 
 
 
 

Seitenschiffskapellen

Die an die Seitschiffe anschließenden Apsiden flankieren den Hauptchor und sind jeweils mit einem roten Sandsteinaltar versehen.
Der Marienaltar in der nördlichen Apside ist ein Tischaltar auf vier Säulen und blockartigem Unterbau sowie einem Retabel mit erhöhtem Mittelteil und Tabernakel. Die Kalotte schmückt ein Mosaik der thronenden Maria nach dem Entwurf Franz X. W. Braunmillers aus dem Jahr 1993.
Der Altar in der südlichen Apside, ursprünglich ein Herz-Jesu-Altar und heute dem Hl. Alban geweiht, ist in seinem Unterbau nahezu identisch mit dem Marienaltar, das Retabel ist in seinem architektonischen Aufbau aufwendiger gestaltet. Das Mosaik in der Kalotte, den Hl. Alban als Pendant zu Maria darstellend, geht wiederum auf einen Entwurf Braunmillers zurück.
 


 

Rosenkranzfenster

Rosenkranzfenster
 

Kirchenfenster

 
An den Stirnwänden der Querhausarme ist jeweils eine buntverglaste Fenstergruppe eingefügt, die aus einemhohen Mittelfenster mit flankierenden niedrigeren Öffnungen besteht. Im mittleren Fenster auf der Nordseite ist in aufwendiger Ornamentik und architektonischer Rahmung die trohnende Madonna mit dem Jesuskind gezeigt, das dem vor ihm knienden hl. Dominikus den Rosenkranz überreicht. Das sogenannte "Rosenkranzfenster" nimmt Bezug auf das Jahr 1893, in welchem Papst Leo XIII. den Oktober zum Rosenkranzmonat erklärt hat. Die Figuren eines Mannes, einer Frau und eines Lindes im linken Seitenfenster sowie die eines Papstes, eines Bischofs und eines Priesters im rechten Seitenfenster sind als Vertreter der gesamten Christenheit zu verstehen, die den Rosenkranz beten soll.
 
Auf der Südseite im sogenannten "Weihnachtsfenster" ist die Anbetung durch die Hl. Drei Könige und die Hirten thematisiert. Wiederum bildet die trohnende Maria mit dem Jesuskind das Bildzentrum, umgeben von den anbetenden Königen und Josef links im Hintergrund. Die Figuren in den kleinen Seitenfenstern sollen auf der linken Seite die Hirten, auf der rechten Seite die Diener der Könige darstellen, welche die Gaben bereithalten.
 
 

Weihnachtsfenster

"Weihnachtsfenster"